Nach dem Sturz Maduros: Betreibt Donald Trump Weltinnenpolitik? |
03. Januar 2026 | Ansgar Graw
Donald Trump galt als Isolationist. Doch nicht nur Caracas, Nigeria und Iran zeigen: Der US-Präsident interveniert global. Ist das die alte Idee der Weltinnenpolitik im Zeichen von „America First“?
VON ANSGAR GRAW
Donald Trump hat in der Nacht auf Samstag Venezuelas Hauptstadt Caracas bombardieren und den Präsidenten Nicolás Maduro festnehmen lassen. Über Monate hatte Washington eine militärische Armada vor der Küste und in der Großregion um den südamerikanischen Staat aufgebaut. Maduro dürfte wegen kartellmäßigen Drogenhandels und „Narco-Terrorismus“ vor ein Gericht in den USA gestellt werden, mutmaßlich in New York City, wo im März 2020 von einem Distriktgericht eine entsprechende Anklage erhoben wurde.
Trump, eher Führer der „Make-America-Great-Again“-Bewegung als ein klassischer republikanischer Politiker, wurde lange Zeit als Isolationist verstanden. Doch sein Sturz des Sozialisten Maduro, der durch manipulierte Wahlen an die Macht kam und die Opposition Zug um Zug ausgeschaltet hat, reiht sich ein in eine lange Liste von Einmischungen in die Angelegenheit anderer Länder.
Ein amerikanischer Präsident, der sich im Ausland um die Entmachtung von Diktatoren, um die Bekämpfung von islamischen Terroristen, um den Schutz von religiösen Minderheiten, um die Sicherstellung der Rechte von Oppositionsparteien kümmert – ist das die erste realistische Variante des insbesondere im linken Spektrum diskutierten Traums einer „Weltinnenpolitik“? Wenngleich in einer völlig überraschenden Variante?
Weltinnenpolitik, das impliziert, jeden geht alles an: Beim Schulverbot für Mädchen in Afghanistan, beim Kopftuchzwang für Frauen im Iran oder beim Umgang mit der Opposition in Belarus oder........