Grönland: Warum Europa scheitern wird – und Trump schon gescheitert ist |
18. Januar 2026 | Ansgar Graw
Der US-Präsident hat die stärkeren Instrumente im Machtkampf um Grönland. Aber er hat seine Chance verpasst: Warum Trump die eisige Insel nicht mehr zum 51. US-Bundesstaat machen kann
VON ANSGAR GRAW
Als Eisbär gesprungen, als Bettvorleger gelandet: Der Vergleich drängt sich auf angesichts der Nachricht über den Abzug eines 15-köpfigen Erkundungsteams der Bundeswehr nach nur 44 Stunden aus Grönland. Anders war es nie geplant, versichert das Bundesverteidigungsministerium. Trotzdem bleibt die Frage: Damit wollte Berlin Donald Trump beeindrucken, der gedroht hat, die autonome Insel im Machtbereich Dänemarks zur Not mit militärischen Mitteln den USA einzuverleiben? Auch Frankreich hatte die Entsendung von 15 Soldaten angekündigt und Norwegen von zweien.
Und dann kam Trumps erneuter Zollhammer: Auf Waren aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Schweden, Großbritannien, Niederlande und Finnland, allesamt Gegner von Trumps Anschlusspolitik, sollen ab 1. Februar 10 Prozent zusätzlich zu den bereits im April 2025 verkündeten Abgaben erhoben werden. Falls bis zum 1. Juni kein „Deal für den vollständigen Erwerb Grönlands“ zustande komme, sollen die Zusatzzölle auf 25 Prozent erhöht werden.
Soll Europa zurückschlagen? Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordert die „Handels-Bazooka“ in Form von Zollsätzen auf amerikanische Waren. Doch das würde die Dinge nur schlimmer machen: Weder eine kurze Militärpräsenz in Kegelclubgröße wird Trump beeindrucken noch die angebliche Bazooka.
Denn zwar hat auch Europa Zollwaffen: Die EU könnte die großen amerikanischen Tech-Konzerne, soziale Netzwerke und andere digitale Dienstleister regulieren, die in Europa Geschäfte machen, und reziprok zu Trumps neuen Strafsteuern für die Solidarität mit Grönland nun auch amerikanische Waren aller Art besteuern. Das........