Friedrich Merz, die Koalition und die Überlebensfrage für 2026

11. Januar 2026 | Ansgar Graw

Am Montag kommen die Bundestagsabgeordneten aus dem Urlaub zum Jahreswechsel. Sie finden einen Brief des Bundeskanzlers und niederschmetternde Umfragen. Darum ist ein neuer Kurs nötig

VON ANSGAR GRAW

Alles oder nichts! Am Montag nimmt der Bundestag seine Arbeit für 2026 auf und die Abgeordneten werden bei ihrer Rückkehr in den politischen Alltag empfangen von niederschmetternden Umfragen. Jeder zweite rechnet laut einer aktuellen INSA-Erhebung mit einer weiteren Verschlechterung der Situation in Deutschland. Nur 13 Prozent gehen davon aus, dass es für Deutschland alles in allem 2026 besser wird. Und schon seit geraumer Zeit kämen CDU, CSU und SPD nicht mehr auf eine parlamentarische Mehrheit, „wenn am Sonntag die Bundestagswahl wäre“.

Niemand ist in dieser Situation so gefordert wie Friedrich Merz. Der Bundeskanzler, klug, wirtschaftskompetent, führungswillig, aber durch sein mangelndes Gespür für Stimmungen in der Fraktion, der Partei oder der Bevölkerung und durch seine geringe Teamfähigkeit gehandicapt, muss einen neuen Kurs vorgeben – und zusätzliche Segel setzen. Zu lange glaubte er, durch eine selbstbewusstere Führungsrolle Deutschlands in der EU und einen besseren Draht zu Donald Trump die Wähler zu überzeugen. Aber........

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