Chronologie der Woche: Glatteis, Granaten und Gewalt

07. Februar 2026 | Ansgar Graw

Was die vorige Woche an Bemerkenswertem brachte. Eine subjektive Rückschau. Aus unserem Newsletter

VON ANSGAR GRAW

Chroniken berichten nicht, was geschah, sondern was man festzuhalten wagte. In diesem Sinne freue ich mich, wenn Sie auch diesmal wieder Interesse an meiner subjektiven Chronik der vergangenen Woche finden:

Freitag, 30. Januar
Der deutsche Botschafter im Iran, Axel Dittmann, ist ins Außenministerium in Teheran einbestellt worden. Ihm wurden Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz als „verantwortungslose Einmischung in die inneren Angelegenheiten Irans“ vorgehalten. Merz hatte Mitte des Monats mit Blick auf das brutale Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen Proteste im ganzen Land gesagt: „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende.“ Nun sind die Iraner weiß Gott Experten für Einmischungen in innere Angelegenheiten. Darum veröffentlichten am 31. Juli die Regierungen der USA, Kanadas, Großbritanniens und etlicher EU-Staaten, darunter Deutschland, eine Erklärung, in der sie „zunehmende staatliche Bedrohung durch iranische Geheimdienste in unseren jeweiligen Hoheitsgebieten“ verurteilten. Konkret ging es um „Versuche iranischer Geheimdienste, Menschen in Europa und Nordamerika zu töten, zu entführen und zu schikanieren… Diese Dienste kooperieren zunehmend mit internationalen kriminellen Organisationen, um Journalisten, Dissidenten, jüdische Bürger sowie amtierende und ehemalige Amtsträger in Europa und Nordamerika ins Visier zu nehmen.“

Samstag, 31. Januar
Donald Trump hat Kevin Warsh als neuen Chef der US-Notenbank Federal Reserve nominiert. Jetzt muss noch der Senat zustimmen, aber das ist zu erwarten. Vom vormaligen Fed-Gouverneur erwartet der Präsident niedrigere Zinsen. Sie sollen die Konjunktur ankurbeln, die Wirtschaft zu neuen Investitionen motivieren und damit die arg eingetrübte ökonomische Stimmung vor den Zwischenwahlen im November aufhellen. Den Ende Mai ausscheidenden Fed-Chef Jerome Powell hat Trump monatelang scharf attackiert und als „Dummkopf“, „Idioten“ und „Narren“ bezeichnet, weil dieser die........

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