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Die Linke: Noch der...

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23.09.2021

Die Linke hat ihre Wurzeln in der SED-Nachfolgepartei PDS und westdeutschen Abspaltungen aus dem Umfeld von SPD und Grünen, die sich in der WASG gebündelt haben. Der Zusammenschluss erfolgte zwar erst im Jahr 2007, allerdings zog die ostdeutsche Vorgängerpartei bereits 1990 in den Bundestag ein und ist seitdem dort vertreten. Historisch interessant wäre vielleicht noch die Erwähnung, dass besagter Einzug nicht unbedingt immer über die 5%-Klausel gelang. Hier griffen auch Sonderregelungen (1990) oder das Erzielen von 3 Direktmandaten (1994, 2002). So deutlich, wie es oft suggeriert wird, profitierte die PDS nie von ihrem SED-Erbe als Volkspartei. Zumindest nicht, was die Wähler betrifft.

Bis zu den Wahlen 2005 war die PDS keine etablierte Partei auf Bundesebene. Erst ab diesen Zeitpunkt gelang es ihr bzw. ihrer Nachfolgerin konstant durch das Überspringen der 5%-Hürde in den Bundestag einzuziehen. Eine Kausalität zum gleichzeitigen Abstieg der SPD ist dabei gegeben, denn mit den Themen „Agenda 2010“ und der Frage nach „sozialer Gerechtigkeit“ ergab sich für die PDS die Möglichkeit sich vom Image der SED-Nachfolgepartei zu lösen, was durch den neuen Namen und den Zusammenschluss 2007 noch einmal gezielt verfestigt wurde. Die Partei ist trotzdem weitaus besser im Osten verankert als im Westen. In letzterem spielt sie, bis auf wenige Ausnahmen, keine größere Rolle.

Der durchschnittliche Wähler der Linken war lange Zeit älter als 55 Jahre (ca. 50%), eher männlich, verfügt über ein Einkommen, das oft deutlich unter 2000 Euro netto im Monat liegt und machte sich Sorgen bezüglich seiner wirtschaftlichen Situation.

Das ist mittlerweile nur noch bedingt so. Hier ist eine Verschiebung zu beobachten, denn inzwischen stammen über 60% der Wählerschaft aus der........

© The European


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