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24.09.2021

Guten Tag Luisa Neubauer,

heute erhielt ich innerhalb einer campact-Mail-Aktion einen Brief von Ihnen. Sie berichteten dort auch von Ihrem Engagement für eine konsequentere Klimapolitik. Dies ist äußerst erfreulich, besonders weil sich zu viele Menschen recht wenig um gesellschaftliche Probleme im Allgemeinen bzw. speziell um eine nachhaltigere Lebensweise kümmern. Und seit 143 Wochen jeden Freitag für das Klima, zu Fuß, auf dem Fahrrad, im Netz zu streiken, ist schon eine starke Leistung. Da ich über 40 Jahre mit jungen Menschen zusammen gearbeitet habe, welche sich ehrenamtlich im Bereich der Jugendarbeit in unserer Gesellschaft engagierten, weiß ich Ihr Tun besonders zu schätzen.

Zum Umgang mit Ökostrom-Ausfälle durch düstere und windstille Zeiten

Zeitgleich meldete das statistische Bundesamt: ‚Kohle wichtigster Energieträger im ersten Halbjahr 2021, windarmes Frühjahr führte zu 21 % weniger Strom aus Windkraft, 56 % stammten aus konventionellen Quellen’. Diese Nachricht müsse eigentlich auch ‚’tief-grüne Menschen’ in die Nachdenklichkeit führen und die lautstark und oft rüde vorgetragenen Forderungen nach einem sofortigen Ausstieg aus der fossilen Stromgewinnung im Hals zum stoppen bringen. Denn sehr viele vorgebliche Öko- bzw. Klima-Aktivsten fände es sicher gar nicht toll, wenn in windstillen und dunklen Zeiten die warme Dusche ausfiel, die Kochplatte kalt bliebe, die Heizung funktionslos würde, Wohnräume mit Kerzenlicht vorlieb nehmen müssten und die digitalen Medien verstummten. Die Frage, wie oft in wind- und sonnenarmen Zeiten – ganz still und unbemerkt – auf überalterte belgische oder französische Atom-Kraft-Werke umgeschaltet wird, um solch ‚ungemütliche Zeiten’ zu vermeiden, wird meist brüskierend ignoriert oder schroff als Polemik abgewiesen. Als Fazit dieser Fakten müsste auf jeden Fall eine konstruktivere Diskussion und ein achtsamerer Umgang mit anderen Positionen und Personen erreicht werden, um die gewaltigen Aufgaben auf dem Weg in eine nachhaltigere soziale, ökonomische und ökologische Zukunft zeitnah zu meistern.

Wenn das kreierte Wording mitten in eine Leer-Satz-Problemzone führt

Um jedoch diesen verantwortungsbewussteren Umgang mit der uns anvertrauten Welt und eine gerechtere Verteilung der verfügbaren jährlichen Ressourcen zu erreichen, sollten die verwendeten Begriffe und etliche lautstark proklamierte Ziel oder Maßnahmen einer kritischen Überprüfung unterzogen werden. Das fängt mit der Unschärfe bzw. Untauglichkeit des Klima-Schutz-Begriffs an. Denn nach dem Verständnis der Forschung beschreibt deser Begriff ‚die Ausprägung und Häufigkeit bestimmter atmosphärischer Zustände und Vorgänge’. Der Duden definiert Klima als einen „für ein bestimmtes geografisches Gebiet typischer jährlicher Ablauf der Witterung.“ Demnach ist der Klima-Begriff eine sehr dynamische Beschreibung von immer anderen Wetter-Zuständen. Was da geschützt werden soll, entzieht sich logischem Denken.

Erst das Erfassen von charakteristischen Klima-Merkmalen in regelmäßigen Zeitabständen schafft die Basis dafür, bestimmte Phänomene in einer spezifischen Region im Vergleich von Jahrzehnten oder Jahrhunderten zu betrachten. Werden dabei starke Abweichungen von bisherigen Aufzeichnungen über einen längeren Zeitpunkt deutlich, kann dieser Trend mit dem Doppel-Begriff ‚Klima-Wandel’ beschrieben werden. So wurde die Entdeckung der ‚Kleinen Eiszeit’ zum Beginn der Neuzeit nur dadurch möglich, dass über viele Jahre erhobene Messdaten dafür sprachen, dass sich die Durchschnitts-Temperatur im Vergleich zur vorherigen Epoche deutlich reduziert hatte. Aber auch hier gibt es........

© The European


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