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Das Nichts fühlen

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26.04.2026

D ie Bäume rauschen, die Sonne scheint. Auf den Parkplatz, die Autos, das Supermarkt-Schild. Ich denke: schön. Und dann: Hör auf, es schön zu finden.

Zu viele Menschen, die mir nahe standen, sind gestorben. Zuerst mein Stiefvater. Dann mein Vater, kurz darauf mein Opa. Vor einem Monat ein alter Freund aus meiner Heimat und ein weiterer aus meiner alten Band. Vor einer Woche mein Onkel.

Sie alle starben an ihren eigenen Kriegen. Sie fanden nie ihren Frieden. Es mag eine Kette von Zufällen sein, doch es fühlt sich nicht so an. Die sechs Toten haben alle etwas gemeinsam. Sie waren Männer.

Aufgewachsen in einem Land, in dem Gefühle irgendwann gefährlich wurden. Männer, die ihr Inneres entmilitarisiert haben. Übrig blieb Schweigen.

Ich könnte jetzt weiter schwadronieren. Sagen: toxische Männlichkeit. Dass du nicht selbst toxisch........

© taz.de