Warum wir Werbung so lieben

I ch bin ein arischer Übermensch, viel zu besessen von meinem Spiegelbild, um mich mit irgendwem oder irgendetwas zu beschäftigen, das nicht in mein Weltbild passt“, sagt der Mann im schwarzen Rollkragenpullover. Der Satz stammt nicht etwa aus „Mein Kampf“, sondern aus dem Eat-the-Rich-Film „Triangle of Sadness“.

Der affektierte Model-Coach erklärt damit einer Gruppe oberkörperfreier Jungs, wie sie teure Mode bewerben sollen – und zwar mit faschistischer Herablassung. Denn Luxusmarken – im Film ist es Balenciaga – verkaufen Überlegenheit.

Auch im öffentlichen Raum blicken heute permanent schöne Gesichter übergroß auf uns herab: von Fassaden, von Bannern, aus Bildschirmen. Das war der Initiative Berlin Werbefrei unangenehm aufgefallen. Ein Volksbegehren wurde auf den Weg gebracht, um in der Hauptstadt ein bisschen........

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