Der Nazi steckt in dir und nicht in der Kartei

F rüher, wenn ich Deutsche meiner Generation über ihre Vorfahren sprechen hörte, war ich oft überrascht, wie emotionslos das geschah.

Die einen waren sich sicher, bei ihnen habe es keine Nazis gegeben. Gefragt hatten sie zwar nie, dafür aber einen aufbereiteten Stammbaum, der sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen ließ. Die Jahre zwischen 1933 und 1945 waren dabei mit bemerkenswerter Eleganz übersprungen worden. Oder aber man wusste ganz genau, dass Uropa in der NSDAP gewesen war. Man sprach darüber wie über Fremde oder über Figuren aus einem Geschichtsbuch. Es waren Fakten, keine Gefühle.

Später fiel mir auf, dass das kein Widerspruch zur deutschen Erinnerungskultur ist, sondern vielleicht ihr Kern. Über den Nationalsozialismus wird in Deutschland heute unendlich viel gesprochen. Über das, was davon geblieben ist, deutlich weniger.

Das könnte erklären, warum die Begeisterung für die Datenbank, die Spiegel und die Zeit aus den im US-Nationalarchiv überlieferten........

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