Endlich wieder queere Hoffnung? |
A n Budapest erinnere ich mich noch gut. Vor genau einem Jahr war ich dort, um meinen besten Freund zu besuchen, der ein Auslandssemester in Ungarns Hauptstadt machte. Präsident Viktor Orbán hatte gerade den CSD verboten und das Land war in den Schlagzeilen. Durch Budapest laufen fühlte sich anders an als durch andere europäische Hauptstädte. Aber war es wirklich so anders? Oder war das nur der Schatten einer Regierung, die so entschieden gegen queere Existenzen zu kämpfen schien wie keine andere in Europa?
Ich bemerkte vor allem, was fehlte: Regenbogenfahnen an Bars oder Geschäften. Die einzige, die am Schaufenster eines Cafés klebte, war winzig und in einer fast versteckten Ecke. Wie ein leises Geheimzeichen statt wie ein lautes Statement. Orte, die sich als sicheren Raum für queere Menschen verstanden? Fand ich nicht. Öffentliche queere Events? Fehlanzeige. Auch ich habe mich anders verhalten, habe weniger offen sichtbar feminine Outfits getragen. Alles wirkte ganz anders als Amsterdam, Wien, Tirana oder Prag. Ungarn........