US-Börsenaufsicht SEC kaufte eine Milliarde Fluggastdaten

US-Börsenaufsicht SEC kaufte eine Milliarde Fluggastdaten

Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC kaufte eine weltweite Flugdatenbank mit unzähligen Details ein. Die Frage ist aber: warum?

Verkauf der Fluggastdaten war schon einmal ausgesetzt

Börsenaufsicht erhielt die Informationen quasi auf Zuruf

Was will die SEC eigentlich mit den ganzen Daten?

Auch die US-Grenzschutzbehörde hatte sich eingedeckt

Die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) ist die höchste Börsenaufsicht des Landes. Dies ist keine Polizeibehörde und auch kein Geheimdienst. Nach Angaben der Kollegen von 404 Media erwarb die Behörde unzählige Daten. Demnach hat die SEC Zugriff auf über eine Milliarde Flugbuchungsdatensätze. Die Daten sollen unter anderem die Namen der Fluggäste, ihre Flugrouten, Flugnummern, Zahlungsinformationen und die Reisebüros enthalten, wo sie gebucht haben. Die Informationen stammen von der Airlines Reporting Corporation (ARC). Dies ist ein Unternehmen, was sich im Besitz mehrerer großer Fluggesellschaften befindet. Die Journalisten erhielten die Informationen von der SEC im Rahmen eines Antrags nach dem Freedom of Information Act (FOIA).

Verkauf der Fluggastdaten war schon einmal ausgesetzt

Das Unternehmen stellte letztes Jahr nach wiederholter Berichterstattung durch 404 Media und Druck seitens der Gesetzgeber den Verkauf von Flugticketdaten (vorübergehend) ein. Die nun neu erhaltenen Unterlagen geben jedoch weiteren Einblick in den Umfang der Daten, die Fluggesellschaften ohne Wissen ihrer Kunden verkauft haben und auf die wahrscheinlich auch gleich mehrere Strafverfolgungsbehörden – vermutlich ohne richterliche Anordnung – zugegriffen haben. Natürlich hat man die Fluggäste darüber nicht in Kenntnis gesetzt.

Die Ticketdaten umfassen nicht nur Inlandsflüge in den USA und internationale Flüge von und nach den USA, sondern auch Flüge, die vollständig zwischen oder innerhalb ausländischer Länder stattfinden, heißt es in einem der Dokumente. Festgehalten sind der Namen jedes Passagiers, die zum Kauf des Tickets verwendete Kreditkartennummer, die Abflug- und Ankunftsorte der Reisen, das Flugdatum, die Flugnummer sowie die „Verkaufsstelle“, womit wahrscheinlich das von der Person beauftragte Reisebüro gemeint ist.

Die ARC besitzt diese Daten, weil das Unternehmen als Vermittler zwischen Fluggesellschaften und Reisebüros fungiert. Immer wenn jemand einen Flug bei einem Reisebüro buchte, erhielt das Unternehmen die Informationen dieser Buchung und verkaufte diese dann im Rahmen seines Datenbroker-Geschäfts weiter. Wir erinnern uns daran, dass es in den USA mit wenigen Ausnahmen keine gesetzlichen Regelungen zum Zwecke des Datenschutzes gibt. Wenig überraschend reagierte die Börsenaufsicht SEC nicht auf die Presseanfrage der........

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