Telegram büßt Kurzlink-Domain t.me ein
Telegram büßt Kurzlink-Domain t.me ein
Verwirrung der Nutzung von Telegram. Die Kurzlink-Domain t.me funktioniert seit gestern nicht mehr. Langsam werden die Ursachen geklärt.
Links funktionierten bei Telegram plötzlich nicht mehr
Was bedeutet der Status serverHold?
Kurzlink-Domain gesperrt: Wer ist dafür verantwortlich?
Was noch auffällig ist
Telegram von vielen Seiten unter Druck
Was Domain-Inhaber aus dem Vorfall lernen können
Was anschließend passieren könnte
Bei t.me handelt sich nicht um einen regional begrenzten Ausfall. Die Domain ist aus der globalen DNS-Infrastruktur verschwunden, wobei der WHOIS-Eintrag nun den Status „serverHold“ aufweist. Dies ist ein Status, der von der für die Kurzlink-Domain zuständige Registrierungsstelle (in diesem Fall Identity Digital) vergeben wird, nicht von Telegram, GoDaddy oder von anderen Domain-Registraren. Probleme anderer Webseiten mit der Domain .me sind zwischenzeitlich nicht bekannt geworden.
Links funktionierten bei Telegram plötzlich nicht mehr
Wer gestern Nachmittag auf einen t.me/Benutzernamen oder Einladungs-Link geklickt hat, erhielt statt einer Chat-Vorschau etc. eine Fehlermeldung seines Browsers. Die App von Telegram funktionierte weiterhin plattformübergreifend. Die Kanäle, die Bots, die Gruppeneinladungen: all das existiert nach wie vor innerhalb der Telegram-eigenen Infrastruktur. Was nicht mehr ging, war der Teil des WWW, der „t.me“ in eine URL übersetzte, die ein Browser tatsächlich aufrufen kann. Als vorübergehende Abhilfe wechselte Telegram innerhalb seiner App von „t.me“ auf „telegram.me“.
Was bedeutet der Status serverHold?
„serverHold“ ist einer der EPP-Statuscodes (Extensible Provisioning Protocol), die die ICANN für die Verwaltung des Domain-Lebenszyklus und die Durchsetzung von Regeln durch die Registrare definiert hat. Er gehört zu einer anderen Kategorie als die Fehlermeldung „Prohibited“ (verboten), die die meisten Leser schon kennen dürften. Der Status „clientTransferProhibited“ bedeutet lediglich, dass niemand die Domain zu einem neuen Registrar übertragen kann, ohne sie zuvor zu entsperren. „serverHold“ ist aber keine Sperre. Es ist eine Art Kill-Switch.
In der Folge konnte Telegram über die alte Domain keine URLs mehr im Browser auflösen, was sehr störend war. Keine noch so korrekte Konfiguration seitens Telegram kann daran etwas ändern. Die DNS-Auflösung für die Domain schlägt bereits an der Wurzel der Suchkette fehl, noch bevor eine Anfrage überhaupt die Server von Telegram erreicht. Kurz gesagt hat man die Domain schlichtweg außer Kraft gesetzt.
Registrierungsstellen behalten sich die Maßnahme „serverHold“ in der Regel für eine begrenzte Anzahl von Situationen vor. Dazu gehören gerichtliche Anordnungen, Anfragen von Strafverfolgungsbehörden, aktiver Betrug oder die Verbreitung von Malware sowie Compliance-Streitigkeiten auf Registrierungsstellenebene mit dem........
