Spotify gegen Anna’s Archive: 322-Millionen-Dollar-Klage rollt an |
Spotify gegen Anna’s Archive: 322-Millionen-Dollar-Klage rollt an
Spotify gegen Anna’s Archive: Streamingdienst und Major-Labels fordern 322 Mio. Dollar Schadensersatz wegen DRM-Umgehung und Musik-Leaks.
Spotify gegen Anna’s Archive: Vom Datenarchiv zur Kampfansage
Kurz online, dauerhaft verfügbar
Default Judgment – Der juristische Hebel
322 Millionen Dollar – die Rechnung hinter der Mega-Klage
DRM im Fokus: Der eigentliche Kern des Falls
Rechtsfall Spotify vs. Anna's Archive: Neben Geldforderungen rückt die Infrastruktur in den Fokus
Spotify vs. Anna’s Archive: 322-Millionen-Klage setzt neue Maßstäbe
Der Konflikt zwischen Musikindustrie und Schattenbibliothek spitzt sich mit einer neuen Klage zu. Im Rechtsfall Spotify gegen Anna’s Archive fordern der Streamingdienst und die Major-Labels ein Versäumnisurteil über 322,2 Millionen US-Dollar. Hintergrund ist ein massiver Vorwurf, wonach die Plattform Millionen Musikdateien von Spotify kopiert, Schutzmechanismen umgangen und Teile davon über BitTorrent verbreitet haben soll. Noch ist nichts entschieden, dennoch zeigt der Fall, wie aggressiv Rechteinhaber mittlerweile gegen digitale Archive vorgehen.
Spotify gegen Anna’s Archive: Vom Datenarchiv zur Kampfansage
Anna’s Archive war bisher vor allem als Meta-Suchmaschine und Zugangsportal für Schattenbibliotheken bekannt. Mit dem Spotify-Fall hat sich die Lage jedoch grundlegend verschärft.
Der Rechtsstreit zwischen zwischen Spotify und Anna’s Archive begann bereits Ende 2025, als das Projekt öffentlich machte, rund 86 Millionen Musikdateien sowie 256 Millionen Metadaten von Spotify „gescraped“ und gesichert zu haben. In der Beschwerde heißt es zudem, die erfassten Titel stünden laut eigener Darstellung des Projekts für 99,6 Prozent aller Spotify-Streams. Dieser riesige Datensatz rief die Empörung der Musikindustrie hervor und entwickelte sich im Folgenden zum handfesten Konflikt. Mit voller juristischer Wucht schlagen die Rechteinhaber nun zurück.
Vor dem Bundesgericht in New York beantragen sie ein Versäumnisurteil über insgesamt 322,2 Millionen US-Dollar plus eine dauerhafte Verfügung gegen Domains und Infrastruktur des Schattenarchivs. Allerdings ist dies bisher kein zugesprochener Schadenersatz, sondern ein anhängiger Antrag der Klägerseite.
Der Rechtsstreit läuft vor dem U.S. District Court for the Southern District of New York unter dem Aktenzeichen 1:26-cv-00002 (JSR). Schon im Januar 2026 erwirkte die Klägerseite eine einstweilige Verfügung. Das Gericht untersagte Anna’s Archive unter anderem weltweit, geschützte Aufnahmen der klagenden Labels zu hosten, zu verlinken, zu verbreiten oder per BitTorrent verfügbar zu machen. Zugleich wurden Registries und Registrare sowie Host-Provider in die Pflicht genommen, Zugänge zu den benannten Domains zu sperren und Hosting-Dienste einzustellen.
Laut Klage geht es dabei um vollständige Audiodateien, also um Inhalte, die normalerweise durch Lizenzmodelle und technische Schutzmaßnahmen abgesichert sind. Trotz der einstweiligen Verfügung hat das Projekt zeitweise als erste Teilmenge der archivierten Inhalte rund 2,8 Millionen Songs veröffentlicht, was den Vorwurf der Rechteinhaber zusätzlich verschärft. Für Spotify und die Labels gleicht das Vorgehen einem direkten Angriff auf ihr Geschäftsmodell.
Kurz online, dauerhaft verfügbar
Nach Darstellung der Kläger wurden auf Anna’s Archive 47 Torrents gelistet, die zusammengenommen knapp 2,8 Millionen Musikdateien umfasst haben sollen. Die Links seien später wieder entfernt worden. Das entschärft die Lage aus Sicht der Musikindustrie jedoch kaum, denn was einmal per BitTorrent in Umlauf gebracht wurde, verschwindet nicht einfach dadurch, dass die ursprüngliche Fundstelle offline geht. Für ihre Forderung nach einer permanenten Verfügung argumentieren die Kläger, dass selbst eine solche kurze Veröffentlichung nachhaltige Schäden........