Wieso man im Sternen Pfungen gern viel Geld ausgibt |
Restaurants im Test: Wieso man im Sternen Pfungen gern viel Geld ausgibt
Restaurants im Test – Wieso man im Sternen Pfungen gern viel Geld ausgibt
Günstig ist das 15-Punkte-Restaurant in Pfungen nicht. Doch der Sternen bietet wahrhaftig himmlische Küche.
Das Gefühl, als wir das Restaurant Sternen in Pfungen betreten, ist gemischt: 145 Franken für einen Dreigänger ist gepfeffert. Vegetarisch gibt es zudem nur nach telefonischer Absprache.
Vertrauen schafft, dass uns nicht irgendein Koch bewirtet, sondern Raphael Gut. Er hat den Betrieb vom Vater übernommen und wurde vom Gastroführer «Gault Millau» mit 15 Punkten belohnt. Der Sternen spielt damit in der Spitzenklasse in der Region Winterthur.
Aus dem Dreigänger wird ein Siebengänger
Diesen Status stellt das Team des Sternen schon beim Apéro unter Beweis. Das Urdinkelbrot ist knusprig, grossartig die Tomatenbutter. Für den Fleischesser gibt es dazu saftigen Rauchschinken, für den Vegetarier fermentierte Zwetschgen auf Schwarzkohl-Meringue – ein gelungener Mix aus salzig und süss.
Es folgen als Gruss aus der Küche Stangensellerie-Panna-cotta und Kerbelglace – einmal mit zarter Entenbrust, einmal mit vollmundiger fermentierter Birne.
Wenig später folgt ein nächster Küchengruss, und so relativiert sich der Preis für den Dreigänger. Auch die Randensuppe mit Gin – angerichtet auf Holzbrett mit flüssigem Stickstoff – schmeckt ausgezeichnet.
So kommen wir schon reichlich verwöhnt zum ersten Gang. Das «Duett vom Lostallo Lachs» schmeckt wie frisch gefangen und betört mit seiner Rotkrautmarinade. Die Karotten-Dill-Roulade neigt etwas einseitig zu den süssen Geschmacksnoten, trotz der Herbe des gerösteten Blumenkohlpürees. Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau.
Auch der zweite Gang enttäuscht nicht. Der Fisch – Winterskrei von den Lofoten – zerfällt schon beim blossen Anblick der Gabel, und auch die geräucherte Jakobsmuschel mit Kaviar mundet. Die Safran-Beurre-Blanc ist himmlisch und passt ebenso zum vegetarischen «Falschen Trüffel».
Auch unser letzter Gang hält das Niveau. Das Rindsfilet ist zart, der Schwarzwurzeljus kräftig. Den Vegi überzeugen die Schwarzkohl-Ravioli mit reifem Alpkäse an Zitronenthymian-Sauce. Das «geflämmte Schwarzwurzelsüppli» mit Birnenchutney spielt gekonnt auf der ganzen Geschmacksklaviatur – ein Highlight des Abends.
Auf das Dessert verzichten wir aufgrund der fortgeschrittenen Stunde. Dafür gibt es als letzten Küchengruss eine süsse Revue mit Geschmäcken des ganzen Abends. Vor allem die Praline sticht hervor: Sie mischt süss-bittere Schokolade mit dem Herb-Erdigen des Trüffels.
Nicht nur die Küche, auch der Service ist stets auf der Höhe. So müssen wir, als es ans Zahlen geht – 370 Franken für Speis und Trank zu zweit – nicht einmal leer schlucken. Wer Essen als Erlebnis schätzt, ist im Sternen Pfungen goldrichtig.
Landgasthof Sternen, Weiacherstrasse 38, 8422 Pfungen. www.sternen-pfungen.ch
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