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Wie sich der Durchbruch der radikalen Rechten wirklich erklären lässt

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08.05.2026

Radikale Rechte: Warum SVP, AfD oder FPÖ so stark wachsen

Politkolumne – Wie sich der Durchbruch der radikalen Rechten wirklich erklären lässt

Erstmals führen in allen Nachbarländern der Schweiz rechtsradikale Parteien die Umfragen an. Wie ist das möglich? Und was hat das mit der SVP zu tun?

Erstmals führen in den Nachbarländern der Schweiz Parteien die Umfragen an, die die Politikwissenschaft als «radical right» einordnet: Giorgia Melonis Fratelli d’Italia, der Rassemblement National unter Le Pens Ziehsohn Jordan Bardella, die FPÖ Herbert Kickls. Und seit Mitte April 2026 nun auch die AfD.

Im ZDF-Politbarometer schob sie sich erstmals vor die regierende Union. Hierzulande ist das längst Normalität. Seit 1999 ist die SVP stärkste Kraft. Von der Forschung grossmehrheitlich als «radical right» eingestuft, unterscheidet sie sich durch ihre lange Regierungsbeteiligung und ihre tiefe Verankerung im schweizerischen System deutlich von klassischen rechtsradikalen Oppositionsparteien. Jüngst übersprang sie die symbolische Marke von 600 Sitzen in den Kantonsparlamenten. 

Womöglich fragen sich zurzeit besonders viele: Warum wachsen die Wähleranteile der radikalen Rechten überall so schnell – und scheinbar ungebremst?

Wovon bisherige Erklärungsmuster ausgingen

In der politikwissenschaftlichen Literatur dominierten lange zwei Erklärungen. Die erste betont wirtschaftliche Gründe. Wer fürchtet, seinen Job an eine Maschine zu verlieren, wessen Lohn globalisierungsbedingt durch billige Importe sinkt oder wer sich keine Wohnung mehr leisten kann, sucht nach politischen Antworten. Und findet sie in der «radical right», die verspricht, diese Entwicklungen rückgängig zu machen.

Die zweite........

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