Die Pfleger spüren die Not |
Jörg Busenbender kennt die Fälle. „Kurz nach der Berichterstattung um den Suizid der ‚Kessler-Zwillinge‘ sprach mich eine Bewohnerin an und bat mich, ihr bei der Selbsttötung zur Seite zu stehen: ‚So etwas will ich auch!‘“ Busenbender ist Seelsorger im Berliner Kardinal-Bengsch-Zentrum, einem Seniorenzentrum der Caritas mit betreutem Wohnen und Pflege. Der gemeinsame Suizid der Sängerinnen Alice und Ellen Kessler im vergangenen November hat den Druck in Pflegeheimen erhöht.
Eine weitere Bewohnerin berichtete nach einem Krankenhausaufenthalt, dass der behandelnde Arzt und ihre Kinder sie auf die Möglichkeit des assistierten Suizids hingewiesen hatten. „Das setzte die Bewohnerin, die trotz starker gesundheitlicher Einschränkungen sehr am Leben hing, in große Not, zumal die Kinder auch die hohen Pflegekosten erwähnt hatten“, sagt Busenbender.
Der Wunsch zu sterben ist in katholischen Pflegeheimen immer wieder ein Thema. Sowohl in stationären Pflegeeinrichtungen als auch in der ambulanten Pflege erklären Menschen, „dass sie nicht mehr leben wollen oder dass sie ihrer Situation gerne ein Ende setzen würden“, sagt die Berliner Caritas-Direktorin Ulrike Kostka.
Die Deutsche Bischofskonferenz und der Deutsche Caritasverband haben kürzlich neue Leitlinien zur Suizidprävention für........