„Ich will die Kranken und Schwachen verteidigen“
Sie haben mit Anfang 20 den Kriegsdienst verweigert. Warum?
Ich hatte mehrere Gründe. Der erste war, dass ich als Säugling 1984 mit meinen Eltern – wegen des Bürgerkrieges in Sri Lanka – nach Deutschland gekommen bin. Ich bin in Wuppertal aufgewachsen und habe die 1990er-Jahre als bedrückend erlebt, insbesondere wegen der rechtsextremen Angriffe auf Asylbewerberheime. Die Konservativen, die in dieser Zeit in Teilen „Kinder statt Inder“ forderten oder „gegen Ausländer“ unterschreiben ließen, waren dabei keine Hilfe. Im Jahr 2000 habe ich die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen – trotz allem bewusst und gern. Aber ich habe mich damals noch schwer damit getan, dieses Land mit der Waffe zu verteidigen.
Was war der zweite Grund?
Ich war immer schon in meiner evangelischen Kirchengemeinde aktiv und fühlte mich als Pazifist. Da kam der Zivildienst in der Diakonie mir gerade recht. Er war sehr prägend und wichtig für mich.
Wann haben Sie angefangen zu zweifeln, ob die Kriegsdienstverweigerung richtig war?
Ehrlicherweise habe ich immer gezweifelt – an meiner Haltung und meiner Beziehung zu diesem Land. Denn trotz all........
