ZF mit weiterem Milliardenverlust: „Die Last der Vergangenheit“

Zum zweiten Mal in Folge hat Deutschlands zweitgrößter Autozulieferer ZF Friedrichshafen einen Milliardenverlust eingefahren. Wie das Unternehmen am Donnerstag anlässlich der Veröffentlichung seiner Bilanzzahlen mitteilte, habe man „für das Geschäftsjahr 2025 einen buchhalterischen Verlust von 2,1 Milliarden Euro“ ausgewiesen. Damit hat sich der Verlust gegenüber dem bereits tiefroten Geschäftsjahr 2024 noch einmal verdoppelt. „Die Bilanz zeigt die Last der Vergangenheit, das operative Geschäft weist in Richtung Zukunft“, sagte ZF-Vorstandschef Mathias Miedreich, der seit rund einem halben Jahr nach dem Ausscheiden seines Vorgängers Holger Klein im Amt ist.

ZF steigert Ebit trotz Belastungen durch E-Mobilität

„Wir werden uns Schritt für Schritt wieder die Profitabilität erarbeiten, die unsere Eigentümer, die aber auch wir selbst von uns erwarten, ergänzte Miedreich. Der hohe Verlust geht maßgeblich auf Wertberichtigungen und Abschreibungen für nicht profitable Großaufträge im Bereich der E-Mobilität zurück, die der Konzern in der Ära von Ex-ZF-Chef Wolf-Henning Scheider mit Großkunden abgeschlossen hatte. Hinzu kommen hohe Zinszahlungen für Kredite.

Ohne diese Sonderbelastungen, die ZF nun bemüht ist abzutragen, sieht es bei dem Zulieferer besser aus. Im operativen Geschäft schreibt ZF wieder Gewinn. Das bereinigte Ebit summierte sich 2025 nach Konzernangaben auf 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,5 Milliarden). Die Umsatzrendite stieg stärker als erwartet auf 4,5 Prozent (Ebit). Im Vorjahr waren dies 3,5 Prozent. „Unser Programm für mehr Effizienz greift“, sagte Miedreich. Im Jahresverlauf hat ZF rund fünf Prozent seiner Stellen abgebaut und beschäftigte Ende 2025 weltweit gut 153.000 Beschäftigte. Der Umsatz ging im Geschäftsjahr 2025 um sechs Prozent auf 38,8 Milliarden Euro zurück. 2026 rechnet das Unternehmen nicht mit einem wesentlichen Umsatzanstieg.

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