Die Entlastungs-Debatte beim Spritpreis führt zu nichts!

Bei der Frage, wie die Bürger vom explodierenden Spritpreis entlastet werden können, schießen die Ideen ins Kraut. Pendlerpauschale hoch, Mehrwertsteuer runter, CO₂-Abgabe weg, Preisdeckel drauf oder vielleicht doch dem Bürger einen Teil der Kfz-Steuer rückvergüten? Am Ende überdeckt die Debatte über das Für und Wider der einzelnen Optionen die eigentliche Erkenntnis. Sie lautet: Die Abhängigkeit Deutschlands vom globalen Ölmarkt ist hochriskant. Es gibt keinen anderen Rohstoff, zumal einen so wichtigen, der ähnliche Preiskapriolen hinlegt wie Rohöl. Im Frühjahr 2020 musste man Geld dafür bezahlen, wenn man Rohöl loswerden wollte. Heute kostet das Fass Brent etwa 110 US-Dollar. 150 halten Analysten für möglich, was einen historischen Höchststand markieren würde. Irrer kann die Achterbahnfahrt nicht sein. Zusammen mit der chronischen Euro-Schwäche entsteht daraus für die Verbraucher eine wahrhaft toxische Mischung. Anstatt sich im Kleinklein der Entlastungs-Debatte zu verheddern, täte die Politik gut daran, die verkorkste deutsche Energiewende zurück auf Kurs zu bringen und den Bürgern Optionen für Energieautarkie zu schaffen. Im Moment passiert das Gegenteil. Die Politik scheitert, wo sie wirklich liefern sollte. Und tut lieber das, was sie am besten kann: über Entlastung auf Pump zu diskutieren.

Walther Rosenberger Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Spritpreis Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Rohöl Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis


© Südkurier