Schach begeistert: Der Schachclub Bad Dürrheim 86 gewinnt junge Mitglieder

Lange Zeit gab es kaum junge Interessierte, die sich für Schach begeistern ließen. Doch seit mehr als zwei Jahren wächst der Schachclub 86 Bad Dürrheim wieder kontinuierlich um einige Nachwuchsspieler. Jeden Freitag treffen sich die Kinder und Jugendlichen im Konrad-Heby-Raum im Haus des Gastes unter der Leitung von Gordana Petelka.

Derzeit nehmen zehn aktive Spieler im Alter von sieben bis 15 Jahren am Jugendtraining teil – darunter drei Mädchen und sieben Jungen. Im Erwachsenenbereich zählt der Verein 16 aktive Spieler, die dem Club teilweise schon seit vielen Jahren treu sind. „Unser jüngstes Mitglied ist sieben Jahre alt – Bobby Troll – und unser ältestes Mitglied, Erich Toberer, ist 86 Jahre alt“, berichtet Petelka.

Wechselbad der Gefühle

Für den Schachclub war es keine einfache Zeit. In den vergangenen 40 Jahren durchlief der Verein ein Auf und Ab der Gefühle. Gerade während der Corona-Pandemie gab es einen altersbedingten Rückgang, insbesondere der aktiven Spieler, der durch die Neuzugänge nicht kompensiert werden konnte.

Der Schachclub Bad Dürrheim 86 wurde im Jahr 1986 von vier Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen und feiert bald sein 40-jähriges Bestehen. Der Verein fördert das Schachspiel, legt großen Wert auf Kameradschaft und ist im Badischen Schachverband organisiert. Das Jugendtraining findet freitags von 17.30 bis 18.30 Uhr statt (außerhalb der Ferien). Anschließend trainieren die Erwachsenen von 18.30 bis 19.30 Uhr. Ab 19.30 Uhr sind alle Interessierten herzlich willkommen. Das Training findet im Konrad-Heby-Raum im Haus des Gastes statt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Materialien werden zur Verfügung gestellt.

Doch gemeinsam gelang es der Jugendtrainerin und den erfahrenen Spielern, das Jugendtraining wieder aufzubauen. Bei einem öffentlichen Schachtag im Haus des Bürgers konnten Interessierte zuschauen, Fragen stellen und erste Eindrücke gewinnen. Selbst gestaltete Flyer sowie die Teilnahme am Tag der Vereine sorgten zusätzlich für Aufmerksamkeit.

Schach überwindet Sprachbarrieren

Auch Vereinsmitglied Hermann Baar trug zur positiven Entwicklung bei: Er brachte mehrere junge Interessenten mit, darunter den 15-jährigen Theo Strohmeier. Dieser ist seit etwa einem Jahr im Verein und entdeckte durch Baar seine Begeisterung für das Spiel: „Das Tolle am Schach ist, dass man mit jedem spielen kann, selbst wenn man nicht dieselbe Sprache spricht.“ Aufgrund seines Alters spielt er bereits teilweise bei den Erwachsenen mit.

Die Geschwister Mariam und Nawal Alsayar, zehn und acht Jahre alt, sind von Anfang an dabei. Gemeinsame Schachpartien in der Familie gehören für sie fest dazu. Besonders Mariam hilft das Spiel im Alltag: „Wenn ich Schach spiele, kann ich Frust abbauen und komme zur Ruhe.“

„Beim Schach gewinnt wirklich der Bessere“

Auch Emmanuel Petelka ist ein bekanntes Gesicht im Verein. Der Neunjährige ist seit fünf Jahren dabei und gilt schon als „alter Hase“. Über seine Eltern kam er zum Schach. Während viele Kinder in seinem Alter verschiedene Hobbys ausprobieren, wusste er schnell, dass Schach seine Leidenschaft ist. Besonders schätzt er die Ruhe und Fairness des Spiels: „Beim Schach gewinnt wirklich der Bessere – anders als bei manchen Sportarten, bei denen auch Glück eine Rolle spielt.“

Philadelphia Frank ist ebenfalls erst seit einem Jahr Mitglied im SC 86 und konnte bereits an der Badischen Meisterschaft teilnehmen. Ihre Eltern wurden durch einen Zeitungsbericht auf den Verein aufmerksam. Philadelphia Frank freut sich immer darauf, am Freitag mit ihren Freundinnen Schach zu spielen. Wenn die Grundschülerin unterwegs ist und niemanden zum Spielen hat, ist die Schach-App auf dem Handy eine tolle Alternative.

Schach ist nicht nur ein sehr altes Spiel, sondern fördert auch strategisches Denken und Konzentration. Gleichzeitig lernen die Kinder Regeln und Taktiken.

Hoffnung auf weitere Schachbegeisterte

Die Resonanz fällt insgesamt sehr positiv aus: „Auch die Eltern schätzen unseren Schachclub sehr“, sagt Jugendtrainerin Gordana Petelka. Der Verein blicke auf eine erfreuliche Entwicklung zurück. Für die Zukunft wünschen sich die Mitglieder, dass noch mehr Kinder und Jugendliche die Begeisterung für Schach entdecken.

Zudem hofft man auf weitere Freundschaftsspiele mit anderen Vereinen. Dabei steht nicht der Sieg im Vordergrund, sondern die persönliche Weiterentwicklung. Im Verein sind alle herzlich willkommen, unabhängig davon, ob sie Anfänger oder Fortgeschrittene sind. Auch ohne Vorkenntnisse bietet der Schachclub die Möglichkeit, die Grundlage des Spiels zu erlernen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

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