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Nach Brandanschlag weiter Tausende ohne Strom in Berlin

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07.01.2026

Nach dem großen Stromausfall mit Zehntausenden Betroffenen, der auf einen mutmaßlich von Linksextremisten begangenen Brandanschlag zurückgeht, herrscht in Berlin vor allem eines: Erleichterung. Doch nach einem tagelangen Ausnahmezustand im Südwesten der Hauptstadt mit 100.000 Betroffenen bleiben viele Fragen. Die ausgerufene «Großschadenslage» bleibt vorerst bestehen, es gibt noch viel zu tun und aufzuarbeiten.

Der Brandschlag auf eine Kabelbrücke mit diversen Hochspannungs- und Mittelspannungsleitungen über den Teltow-Kanal hat gezeigt, wie verwundbar das Stromnetz ist. Laut Betreiber verläuft ein Prozent des 35.000 Kilometer umfassenden Berliner Stromnetzes überirdisch, ist also besonders angreifbar. Nach Angaben der für Energie zuständigen Senatorin Franziska Giffey (SPD) ist schon länger beabsichtigt, weitere Kabel unter die Erde zu bringen. Zudem will der Berliner Senat nun neuralgische Punkte stärker per Video und Künstlicher Intelligenz (KI) überwachen. Ob das so einfach geht, bleibt abzuwarten: Denn der Datenschutz steht Kameras im öffentlichen Raum oft entgegen. Allerdings glaubt der Senat, mit dem Polizeigesetz eine rechtliche Grundlage zu haben.

Zunächst müssen Schäden aufwendig repariert, zerstörte Kabel ersetzt werden. Das kann nach Einschätzung der Verantwortlichen Wochen oder Monate dauern, bis dahin muss die jetzt gefundene provisorische Lösung halten. An einer zweiten Lösung an einem Umspannwerk wird weiter gearbeitet, um so etwas mehr Sicherheit zu bekommen. Bis diese fertiggestellt ist, sollen alle Notstromaggregate vorerst vor Ort bleiben und Krisenstäbe weiter tagen.

Aufgabe wird auch sein, Stromnetze noch redundanter als heute zu machen - also mehr alternative Verbindungen zu schaffen, über die im Falle eines Ausfalls Strom transportiert werden kann. Der Verband für Sichere Transport- und Verteilnetze (VST-Kritis) sieht daher einen Weckruf, um solche Redundanzen bundesweit zu verbessern: «Jede Störung ist auch eine Chance, Resilienz neu zu denken........

© Südkurier