USA: Was darf man noch sagen?

Bekannt geworden sind sie als die „Fünf von New Orleans”. Die Rede ist von einer Handvoll Diabetesforschern, die bei einem Fachkongress Anfang Juni die Staatsgewalt von einer neuen Seite kennenlernten: Polizisten führten die namhaften Wissenschaftler von der Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) ab. Unter ihnen befand sich der Chefredakteur des Fachjournals Diabetes Care, Steven Kahn. Das „Vergehen” der Wissenschaftler bestand darin, vor dem geplanten Auftritt des Direktors des National Instituts of Health (NIH), Jay Bhattacharya, Kopien eines Leitartikels des Verbandsorgans verteilt zu haben.

In dem Meinungsstück hatten die Verfasser Kritik an der Gesundheitspolitik der Regierung Donald Trumps geäußert. Die Autoren beklagten die Budgetkürzungen um fünf Milliarden Dollar beim NIH und den „rasanten Niedergang der USA als führende Nation der Gesundheitsinnovation”. Ein ganz normaler Leitartikel eben. Doch dann passierte etwas, das in dieser Form in den USA bis vor Kurzem undenkbar schien: Uniformiertes Sicherheitspersonal ging gegen die renommierten Forscher vor. Es nahm ihnen die Kopien der Meinungsbeiträge ab, zog ihre Ausweise ein und drohte bei Rückkehr auf die Konferenz mit Festnahme wegen Hausfriedensbruchs.

Das sagt der führende deutsche Diabetesforscher Stephan Martin zu dem aufsehenerregenden Fall

Ein unerhörter Vorgang, dessen Hintergründe sieben Wochen später immer noch nicht vollständig aufgeklärt sind. Vor allem nicht die Frage, in wessen Auftrag die „Fünf von New Orleans” mundtot gemacht wurden.

NIH-Direktor Bhattacharya jedenfalls hatte........

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