Anton Bihler ist 80: Der Vollblutlandwirt machte Eigeltingen weit über die Gemeindegrenzen bekannt |
Als Anton Bihler vor 80 Jahren in der Mittleren Mühle in Eigeltingen geboren wurde, stand die Erfolgsgeschichte der Lochmühle noch in weiter Ferne. Sein Vater war unter anderem Lohnunternehmer und seine 25 Jahre jüngere Frau voller Ideen. Bihler ist noch heute für ihre Weitsicht und Motivation dankbar, wie er im Gespräch erzählt. Anton Bihler wurde zum Vollblutlandwirt, doch seine Eltern hatten kein eigenes Land. So verkauften sie die Mittlere Mühle und kauften mit dem Geld die Lochmühle, die damals total baufällig war, aber es gab zwölf Hektar Land dazu. Anton Bihler erinnert sich: „Ich gewann alle Bundesjugendspiele, denn die Rinder hatten mich das Laufen gelernt.“
Doch mit der Lochmühle musste er seinen geliebten Beruf aufgeben und Koch lernen, denn die Ausflugswirtschaft, die seine Mutter in der Lochmühle eingerichtet hatte, wurde sehr erfolgreich. Auch von dieser Zeit erinnert er sich an viele Anekdoten. So berichtet er, dass er nie Kartoffeln schälen musste, sondern gleich Fleisch zubereitete. Zudem habe er als Gastronom viele hochkarätige Politiker und Unternehmer kennengelernt.
Vom Landwirt zum Koch, zum Postkutscher
Auch wurde er kurzfristig zum Postkutscher in dritter Generation. Während sein Vater noch von Engen nach Stockach fuhr, hatte er die Strecke von Eigeltingen nach Bodman zu bewältigen. Es war zwar nur ein kurzes Intermezzo in seinem abwechslungsreichen Leben, doch die Liebe zu Kutschen trägt ihn bis heute. So hat er ein Kutschenmuseum mit rund 30 Kutschen, davon sind sogar zwei Postkutschen.
Überhaupt fasziniert ihn bis heute die Geschichte – die Geschichte der Fahrzeuge, der Technik und der Landwirtschaft sowie die der Lochmühle. „Es war mein Ziel, die Lochmühle wieder in dem Glanz erstrahlen zu lassen, die sie früher einmal hatte – dafür habe ich 60 Jahre gebraucht“, erklärt er stolz. Nicht nur die Gebäude, wie die Ölmühle wurden wieder aufgebaut. Es gibt nun auch fünf Wasserräder, eine Lokomobile sowie letzte historische Dampfmaschine des Landkreises, die einmal in der Säge in Zizzenhausen in Betrieb war.
Ein Faible für Historisches
Zudem sind die Lochmühle und das Gasthaus Lamm, das Bihler ebenso betreibt, mit vielen historischen Möbeln und Accessoires liebevoll eingerichtet. Außerdem sind die Bihlers mit den zwei Hackschnitzelanlagen auch Energiewirte. Besonders freut ihn, dass sein Sohn Christofer Bihler sein Lebenswerk weiterführt. Aber auch als Seniorchef legt er die Hände nicht in den Schoß, sondern ist jeden Tag bei der Arbeit zu sehen. Wenn es stressig wird, dann sitzt er auf dem Traktor oder Schaufelbagger, das entspannt ihn ebenso wie die vielen Tiere, so Bihler.
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