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Der Skandal um Ex-Prinz Andrew holt nun auch seine Töchter ein

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11.03.2026

Als die britischen Royals am Commonwealth Day zum Gottesdienst in der Londoner Westminster Abbey eintreffen, werden sie besonders aufmerksam beobachtet. Es ist der erste große öffentliche Auftritt der Familie seit der vorübergehenden Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor vor rund drei Wochen. Dass Andrew fehlt, überrascht niemanden. Auffälliger ist, dass auch seine Töchter Prinzessin Beatrice (37) und Prinzessin Eugenie (35) nicht dabei sind. Offiziell stehen bei der Zeremonie zwar nur die arbeitenden Mitglieder der königlichen Familie im Mittelpunkt. Dennoch wird das Fernbleiben von Andrews Töchtern registriert.

Warum gegen Andrew ermittelt wird

Wie schon bei früheren Skandalen setzt der Palast auch diesmal auf eine bewährte Strategie: zur Tagesordnung übergehen. Doch die Affäre wirkt nach. Ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag wurde Andrew auf dem Anwesen in Sandringham von der Polizei abgeführt und erst am Abend wieder freigelassen. Hintergrund sind Ermittlungen wegen möglichen Amtsmissbrauchs. Er soll während seiner Zeit als Handelsgesandter Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben haben. Hinweise darauf fanden Ermittler in den Epstein-Akten, in denen auch Fotos des Ex-Royals auftauchten, kniend über einer bekleideten Frau. Die inzwischen verstorbene Virginia Giuffre hatte zudem erklärt, sie habe als Minderjährige Sex mit Andrew gehabt. Dieser weist die Vorwürfe zurück. Lange stand der 66-Jährige selbst im Mittelpunkt der Affäre. Inzwischen richtet sich der Blick jedoch zunehmend auch auf seine Töchter. 

Die Unterlagen zeichnen das Bild einer größeren Nähe der beiden zum Epstein-Umfeld – nicht als Kinder, sondern als junge Erwachsene: Laut E-Mails sollen sie etwa wenige Tage nach Epsteins Haftentlassung 2009 mit ihm in Miami zu Mittag gegessen haben. „Es werden mehr Fragen gestellt, vor allem dazu, wie viel sie wussten und welche Netzwerke sie über Andrew aufgebaut haben“, sagt Pauline Maclaran, Königshaus-Expertin an der Royal Holloway Universität London. Zuletzt traf es Prinzessin Eugenie unmittelbar: Nach sieben Jahren endete ihre Schirmherrschaft bei der Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International. Ein Zeichen dafür, dass die Kontroversen um ihre Eltern zunehmend auch ihre eigenen Rollen berühren.

Prinzessin Beatrice Elizabeth Mary (37) ist die ältere Tochter von Andrew Mountbatten-Windsor und Sarah Ferguson (beide 66). Sie ist mit dem Immobilienunternehmer Edoardo Mapelli Mozzi (42) verheiratet, das Paar hat zwei Töchter, Sienna (4) und Athena (1). Prinzessin Eugenie Victoria Helena (35) ist mit dem Unternehmer Jack Brooksbank (39) verheiratet, das Paar hat zwei Söhne, August (5) und Ernest (2). Beatrice steht aktuell auf Platz neun der britischen Thronfolge, Eugenie auf Platz zwölf.

Das Bild der Prinzessinnen in der Öffentlichkeit bleibt ambivalent. Lange überwog Sympathie für die Töchter, die die Folgen der Affäre ihres Vaters mittragen müssen. Inzwischen wächst jedoch die Skepsis. Denn die beiden gelten auch als mögliche Zeuginnen. Der britische Historiker und Royal-Biograf Andrew Lownie fordert, Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson (66) sowie die gemeinsamen Töchter sollten bereit sein, mit Ermittlern zu sprechen. „Wenn sie nichts zu verbergen haben, müssten sie auch nichts befürchten“, sagt er. Die Prinzessinnen seien keine unbeteiligten Randfiguren, sondern hätten von den Strukturen rund um ihren Vater profitiert. „Seine Netzwerke, besonders im Nahen Osten, haben ihnen erhebliche finanzielle Vorteile verschafft“, betont Maclaran.

Für die Schwestern bleibt die Lage heikel. Offiziell gehören sie nicht zu den arbeitenden Royals und übernehmen keine festen Aufgaben für die Krone. Gleichzeitig bleiben sie Mitglieder der königlichen Familie und damit Teil der öffentlichen Wahrnehmung. Maclaran spricht von einem kaum auflösbaren Dilemma: „Verteidigen sie ihre Eltern, werden sie mit ihnen in den Strudel gezogen. Kritisieren sie sie, würden sie als illoyal gelten.“

Verlieren Beatrice und Eugenie ihre Titel?

Seit den jüngsten Turbulenzen um Andrew halten sich Beatrice und Eugenie weitgehend aus dem Rampenlicht heraus. Der Palast werde wohl weiter auf Distanz bei öffentlichen Anlässen setzen, so Maclaran: „Dass die Prinzessinnen in diesem Jahr offenbar nicht mit den übrigen Mitgliedern der Königsfamilie bei Royal Ascot auftreten, ist ein deutliches Zeichen.“ Einige Beobachter schließen nicht aus, dass auch sie ihre royalen Titel verlieren könnten – wie zuvor ihre Eltern.

Insidern zufolge wird hinter den Kulissen erneut darüber gesprochen, ob Andrew aus der Thronfolge gestrichen werden soll. Er steht auf Platz acht. Ein solcher Schritt ist nicht nur politisch und rechtlich kompliziert, er würde auch die Frage aufwerfen, was das für seine Töchter bedeutet.

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