„Eine glückliche Fügung“: Armin Gmeiner verkauft seinen Verlag an die dänische Gruppe Egmont

Herr Gmeiner, haben Sie nach 40 Jahren Verlagsarbeit die Nase voll? Für die Rente sind Sie mit 62 Jahren eigentlich noch zu jung. Was ist der Grund dafür, dass Sie Ihren erfolgreichen Verlag an die dänische Egmont-Gruppe verkaufen?

GMEINER: Nein, ich empfinde nach wie vor große Freude an der Verlagsarbeit. Gerade deshalb war mir wichtig, diesen Schritt nicht aus Erschöpfung oder unter Druck zu gehen, sondern aus einer Position der Stabilität heraus. Der Gmeiner-Verlag steht wirtschaftlich gut da, er hat ein klares Profil, eine treue Leserschaft und ein engagiertes Team. In einer solchen Situation Verantwortung weiterzugeben, ist für mich kein Rückzug, sondern ein bewusster Übergang. Nach vier Jahrzehnten Unternehmertum habe ich gelernt, dass der richtige Zeitpunkt entscheidend ist. Ich wollte den Verlag nicht irgendwann „übergeben müssen“, sondern aktiv gestalten, wie seine Zukunft aussieht. Mit Saga Egmont habe ich einen Partner gefunden, der unsere verlegerische Identität respektiert und zugleich neue Perspektiven eröffnet.

Saga Egmont, eine Verlagsmarke des Forlagshuset Lindhardt og Ringhof A/S und Teil der Egmont-Gruppe, ist bislang vor allem als Digitalverlag mit Schwerpunkt Hörbuch positioniert. Soll mit Ihrem Taschenbuch-Programm eine Lücke geschlossen werden?

GMEINER: Ich würde das nicht als Lückenfüllung beschreiben, sondern als sinnvolle Ergänzung. Der Gmeiner-Verlag ist für Saga Egmont der deutsche Standort für insbesondere gedruckte Bücher mit dem Schwerpunkt im Bereich Spannung. Saga Egmont bringt enorme Kompetenz im digitalen Erzählen mit, insbesondere im Hörbuchbereich. Wir wiederum haben über Jahrzehnte ein starkes Taschenbuch- und Spannungsprogramm aufgebaut – mit internationalen Autorinnen und Autoren, klaren Marken und einer verlässlichen........

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