AGJ schließt Beratungsstelle in Pfullendorf

Eine Lösung für die Fortsetzung der Suchtberatung im Landkreis Sigmaringen ist gefunden. Der Kreistag gab in seiner jüngsten Sitzung seine Zustimmung für eine neue Vereinbarung. Viele Jahre hat der AGJ Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg diese Dienstleistung erbracht, wobei es nach Auffassung des Kreistages an der Kosten- und Leistungstransparenz mangelte.

Landkreis spart jährlich rund 50.000 Euro

Deshalb wurde der Vertrag im Juli 2025 gekündigt und ein Vergabeverfahren gestartet, wobei letztlich bis zum Ende der Abgabefrist am 19. Januar 2026 nur ein Angebot der AGJ vorlag, das vom Landratsamt geprüft wurde. Die Konzeption beinhaltet Kernleistungen mit einer Personalkapazität von 4,5 Vollzeitstellen, was rund 320.000 Euro an Kosten verursacht, sowie Kann-Leistungen für die ambulante Rehabilitation, die einen Stellenumfang von 65 Prozent umfasst und ein jährliches Defizit von 25.700 Euro verursacht. Gegenüber der bisherigen Vereinbarung bringt der neue Vertrag, der ab 1. Januar 2027 zwei Jahre gilt, eine Kostenreduktion für den Landkreis von jährlich 50.000 Euro. Sozialdezernent Torsten Schillinger sprach von einem „annehmbaren Angebot“. Auch Kreisrat Hermann Brodmann lobte die Einigung, sodass die gute Arbeit der AGJ fortgesetzt werden kann.

Standort Pfullendorf wird seit Längerem nicht mehr bedient

In der Vorlage für den Kreistag, in der der Leistungsumfang der AGJ aufgelistet wird, ist zu lesen, dass der Fachverband die Außenstelle aus der Konzeption genommen, sprich geschlossen hat. Auf Anfrage des SÜDKURIER bestätigt Sebastian Korinth, Pressesprecher des Landratsamts, dass aufgrund der geringen Nachfrage die Außenstelle bereits seit längerer Zeit nicht mehr bedient wird. Diese Erfahrung habe den Fachverband bestärkt, den Standort aufzugeben. Mit der Suchtberatung in Sigmaringen, die über eine gute Busverbindung nach Pfullendorf und eine Haltestelle in unmittelbarer Nähe verfügt, bestehe eine gute Alternative. Künftig wird es auch keine offene Sprechstunde mehr geben, da für dieses Angebot mindestens zwei Angestellte Kapazitäten vorhalten müssten. Dieser Aufwand stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu dem dadurch entstehenden möglichen Nutzen. Zudem verzichtet das Landratsamt auf die zunächst geforderte Erstgesprächsgarantie innerhalb einer Woche. Die Fachleute machten glaubhaft, dass bei einer längeren Wartezeit von zwei bis drei Wochen die Ernsthaftigkeit des Beratungssuchenden bezüglich seines Änderungswillens gefestigter und die Beratungskapazität somit sinnvoller eingesetzt werde.

Siegfried Volk Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

88630 Pfullendorf Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis


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