Die Störche im Landkreis haben einen neuen Betreuer: Christian Schütz folgt auf Hanspeter Wickert

Die Aufgaben eines ehrenamtlichen Storchenbetreuers sind vielfältig: Das Kontrollieren und gegebenenfalls das Sanieren von Storchennestern - sogenannte Horste - die Dokumentation der Storchenpopulation, Konfliktberatungen und vieles mehr. Das Pensum eines Storchenbetreuers ist nicht zu unterschätzen. Das Amt und die damit verbundenen Aufgaben übergibt der bisherige Storchenbeauftragte des Landkreises Konstanz, Hanspeter Wickert, nun jedoch ab diesem Frühjahr in jüngere Hände.

Begeisterung für Störche entwickelte sich schon in der Jugendzeit

Wickert berichtet rückblickend auf seine vielen Jahre als Storchenbeauftragter, seine Begeisterung für Störche und Vögel habe sich schon in der Jugendzeit entwickelt - besonders das Beobachten von Tieren mit dem Fernglas oder einem Beobachtungsfernrohr habe ihm stets großen Spaß bereitet. „Von meinem Frühstücksplatz kann ich jeden Tag auf das älteste Storchennest in Böhringen blicken und habe deshalb viele Storchenpaare jahrelang visuell beobachtet. Als Amateurfotograf haben sich immer tolle Motive ergeben, die ich ablichten konnte“, erzählt Wickert.

Seine Amtszeit als Storchenbetreuer sei von vielen interessanten und schönen Stunden bei der Beringung, der Ringablesung oder anderen Tätigkeiten geprägt gewesen. Natürlich habe es auch weniger schöne Augenblicke gegeben, beispielsweise wenn ein Horst abgestürzt sei oder ein Tier nach einem Storchenkampf tot geborgen werden musste. Es überwiegen aber die schönen Momente - beispielsweise wenn er einen neuen, unbekannten Storch entdeckt habe. Und wenn dann nach einiger Zeit die Vogelwarte mitteilte, dass dieser Storch in Südspanien oder Afrika wieder aufgetaucht sei - das waren immer Höhepunkte seiner Amtszeit.

Wer ist Christian Schütz?

Nun übergibt er das Ehrenamt an seinen Nachfolger Christian Schütz. „Dafür bin ich ihm sehr dankbar, ebenso meinem Vorgänger Wolfgang Schäfle, von dem ich viel gelernt habe“, sagt Wickert. Außerdem dankt er den Freiwilligen Feuerwehren, ohne deren Einsatz eine Beringung der Störche in diesem Umfang nicht möglich gewesen wäre.

Seit März dieses Jahres hat Christian Schütz den Ehrenamtsposten als Storchenbetreuer bereits inne. „Ich bin quasi mit den Störchen in Böhringen aufgewachsen“, sagt Schütz zu seiner Begeisterung für die Vögel. Daher habe er schon immer einen Bezug zu den Tieren gehabt und sie in allen Lebenslagen beobachten können. „Ich finde die Störche deshalb so interessant, da sie aktiv in der menschlichen Siedlung ihre Kolonien aufbauen, ganz im Gegenteil zu ihrem scheuen Verwandten, dem Schwarzstorch“, erläutert Schütz.

Welche Ziele hat der neue Storchenbeauftragte?

Der im vergangenen Jahr unerwartet verstorbene Natur- und Umweltschützer Thomas Giesinger habe ihn schließlich gefragt, ob er das Amt künftig übernehmen wolle und ihn mit Hanspeter Wickert in Kontakt gebracht. Zu seiner Entscheidung sagt Schütz: „Da ich selbst einige Jahre bei einer Naturschutzbehörde gearbeitet habe und als Landschaftsplaner beruflich im Natur- und Artenschutz Erfahrung mitbringe, habe ich mich für dieses Amt entschieden.“ Sicherlich werde es herausfordernd, das Ehrenamt mit einem Vollzeitjob und einem Kleinkind unter einen Hut zu bekommen. „Ich bin aber guter Dinge, den vielfältigen Aufgaben gerecht werden zu können“, zeigt sich Schütz optimistisch.

Sein Ziel sei es, das Storchenmanagement so weiterzuführen, wie es seine Vorgänger Hanspeter Wickert und Wolfgang Schäfle mit voller Hingabe und tollem Engagement gemacht haben. Vor allem für das Angebot, bei Rückfragen zur Verfügung zu stehen, sei Schütz dankbar. „Außerdem möchte ich, dass die Störche weiterhin Akzeptanz in der Bevölkerung finden und man stolz sein kann, diese Tierart vor dem Aussterben gerettet zu haben“, beschreibt Schütz seine Ambitionen im neuen Amt.

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