Sind Fans die neuen Journalisten?

Gerade läuft „Michael“, das Biopic über den „King of Pop“, im Kino. Internationale Premiere feierte der Film in Berlin. Die dazugehörige Pressekonferenz ähnelte dabei eher einer Fanveranstaltung: Zahlreiche Michael-Jackson-Fans saßen mit im Raum, Journalisten mussten ihre Fragen vorab einreichen - und konnten sich nicht sicher sein, dass diese auch gestellt werden.

Das ist mehr als eine ungewöhnliche PR-Idee. Es steht exemplarisch für eine Verschiebung in der Popkultur - und für eine neue Machtverteilung in der Öffentlichkeit. Viele Stars und ihre Marketingabteilungen setzen inzwischen mehr auf Fans statt auf klassische Presse.

Erst die Fans, dann die Journalisten

Formate wie Listening-Partys, Pop-up-Events oder Fan-Screenings gewinnen an Bedeutung. Eindrücke und Reaktionen verbreiten sich dann in Echtzeit online, manchmal lange bevor professionelle Kritiken erscheinen, für die oft Sperrfristen gelten. Beim neuen Album von Harry Styles etwa konnten Fans die erste Single in ausgewählten Plattenläden vorab hören - Journalisten durften die Fans dabei beobachten, selbst aber nicht reinhören.

Und bei Konzerten von Megastars - etwa aktuell der spanischen Musikerin Rosalía - wird Pressefotografen immer öfter kein Zugang gewährt, während Snippets der Konzerte die sozialen Netzwerke fluten. Zeit für die Frage: Wer prägt heute eigentlich die öffentliche Wahrnehmung von Popkultur - und wie verändert sie sich?

Produzent: „Die Verschiebung ist real“

Der Filmproduzent Martin Moszkowicz teilt die Beobachtung, dass Fans für Stars heute wichtiger seien denn je.........

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