Jugendarbeit blüht auf, doch in Kindergärten droht Personallücke
Der Jestetter Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Schulsozialarbeit an der Schule an der Rheinschleife beschäftigt. Sümeyye Bozkurt berichtete kurzweilig über ihr Aufgabengebiet. Seit Oktober kümmert sie sich um die Probleme der Kinder – ob privat oder schulisch. Bei ihrer ersten Station nach dem Studium der Sozialen Arbeit baut sie die Schulsozialarbeit an der Grund- und Werkrealschule in Jestetten auf und kümmert sich intensiv um die schulischen Strukturen. Schrittweise erarbeitet sie sich das Vertrauen der Schüler, Lehrkräfte und Eltern. Aktuell betreut sie acht Einzelfälle. Die Probleme der Schüler betreffen laut Bozkurt Prüfungsangst, Konzentrationsschwächen, aber auch Mobbing.
Bozkurt bietet in der Mittagspause Spaß und Entspannung an. Das Angebot ist freiwillig und wird gut angenommen. Manch ein Schüler schaue nur kurz herein. Die Beratung von Eltern und der enge Austausch mit den Lehrkräften gehört zu ihrem Aufgabengebiet, wie auch das Einbeziehen von externen Fachstellen, wenn es notwendig erscheint.
Grundsätzlich ist der Auftrag der Schulsozialarbeit die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bei familiären oder schulischen Problemen. Sie ermöglicht eine frühere Erkennung von Problemen über das Sozialverhalten. Sie erörterte ihre Arbeit an einem aktuellen Fall. Meist kommen die Schülerinnen und Schüler zu ihr, um Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Zunehmend sind die komplexen familiären Problemlagen und die daraus resultierende psychische Belastung die Herausforderung, denen die Sozialarbeit gegenübersteht.
Jugendraum im Bahnhof wird gut angenommen
Anschließend führte Michael Mothes seine Aufgaben aus. Er berichtete, was seit dem Einzug in das neue Bahnhofsgebäude dort alles stattfindet. Das Gebäude wurde von den Jugendlichen gut angenommen. Mittlerweile sind Schülerinnen und Schüler aus allen Schulformen gerne im Jugendraum zusammen. 20 bis 30 Jugendliche kommen täglich dorthin, ein toller Erfolg, der auch auf den ansprechenden Raum zurückzuführen ist, so Mothes. Die Kommunikation mit der Nachbarschaft laufe gut, es gebe keine Konflikte.
Mothes koordiniert die Belegung in Bezug auf die Jugendarbeit. Seine besondere Stellung, für zwei Gemeinden zuständig zu sein, besteht weiterhin. 70 Prozent seiner Arbeitszeit ist Mothes in Jestetten, 30 Prozent in Lottstetten eingesetzt. Das Bahnhofsgebäude ist ein Ort geworden, in dem sich die Jugendlichen wohlfühlen, ein Ort der Begegnung und der Gemeinschaft.
Die Gemeinderäte freuten sich, dass die Sozialarbeit in der Schule und im Freizeitbereich so gut aufgestellt ist. Lothar Altenburger sagte: „Erfreulich, dass nach der langen Zeit der Vorbereitung mit relativ einfachen Mitteln eine gute Lösung und was richtig Gutes rausgekommen ist.“ Bürgermeister Dominic Böhler stimmte dem zu und ging zum zweiten Tagesordnungspunkt über.
In diesem ging es um die Bedarfsplanung der Kindergärten. Die Kindergartenleiterinnen Alexandra Lauer, Christina Unzicker und Heidemarie Wolfram waren anwesend und standen für Fragen zur Verfügung. Böhler erörterte die Situation. Jestetten hat vier Kindergärten, einen davon in Altenburg und einen Waldkindergarten. In den Kindergärten gibt es 14 Gruppen.
Der Waldkindergarten ist mit 20 Plätzen voll belegt, drei Kinder sind auf der Warteliste. Im Kindergarten Kunterbunt sind aktuell alle 82 Plätze belegt, eine nennenswerte Warteliste gibt es dort nicht. Im Kindergarten Homberg ist das ganze Jahr über Bewegung in den Gruppen, die aus dem „Entwachsen“ des Krippenbereichs resultiert. Die maximale Betreuungszeit von 7 bis 17 Uhr wird gerne angenommen. Freitags ist es oft dünn belegt. Die Aufnahme eines Kindes in die Kinderkrippe ist ab einem Jahr möglich, dies wird aber nur in dringenden Fällen angenommen, wenn ein Arbeitgeber dies fordert.
Rund 30 Prozent der Erzieherinnen sind über 60 Jahre alt
Die Personaldecke ist momentan gut, Initiativbewerbungen kommen, was die Gemeinde freut. Einige Erzieherinnen gehen aber auch, aktuell gibt es überall eine kleine Überdeckung. Sorgen bereitet Dominic Böhler die Altersstruktur. Rund 30 Prozent der Erzieherinnen sind bereits über 60 Jahre alt und werden bald in Rente gehen. Dieses Defizit gilt es, möglichst vorzeitig auszugleichen.
Die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung wird forciert, klappt aber nicht immer. Bezüglich der Bedarfsplanung kann eine Schwangerschaft eingerechnet werden, Zuzüge und Wegzüge sind jedoch unkalkulierbar, so Böhler. Gemeinderätin Steffi Cox-Kübler schlug vor, die Personen, die einen Zuzug nach Jestetten planen, über die Internetseite auf eine eventuelle Voranmeldung für einen Kindergartenplatz hinzuweisen. Weiter vertrat sie den Standpunkt, dass die digitalen Möglichkeiten ausgeweitet werden müssten, die Zielgruppe der jungen Eltern sei eher digital als analog unterwegs.
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