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Jochen Singer stellt aus: Sein Künstlername geht auf ein berühmtes Familienmitglied zurück

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29.03.2026

Zur Vernissage der Ausstellung „Ein Leben in Farbe“ von Josi Plauen, alias Jochen Singer, lud am vergangenen Freitag der Kulturkreis Jestetten und Umgebung ein. Der Einladung waren etwa 140 Personen gefolgt. Familienmitglieder, Freunde, Bekannte und an Kunst interessierte Menschen füllten den Gotischen Saal und das Alte Schulhaus.

Viele aktive und ehemalige Malschüler Singers wollten bei der Eröffnung seiner letzten Ausstellung nicht fehlen. Gitarrist Christian Stock aus Jestetten eröffnete die Ausstellung musikalisch. Singer war zufällig auf Stock aufmerksam geworden und fragte ihn, ob er die Ausstellung mit seinem Auftritt eröffnen würde. Stock sagte zu. Nach dem Auftritt sagte der Musiker: „So ein Saal voller Menschen ist schon etwas anderes, als zu Hause im Wohnzimmer zu spielen“, womit er seine Nervosität bei dem Auftritt erklärte.

Peter Haußmann, Gemeinderat in Jestetten und Rektor der Realschule, war von Singer gebeten worden, ein paar Worte zu den Vernissage-Gästen zu sprechen, aber ohne eine Laudatio zu halten. Haußmann erörterte kurz die Definition von Laudatio: Lobrede zu Ehren und zur Würdigung einer Person. Und genau das wollte Singer von Haußmann nicht hören. Haußmann gab einen Überblick über das Leben Singers. Dieser wuchs in der DDR auf, malte schon immer, denn in seiner Familie hatte das Malen eine lange Tradition und da konnte es für Jochen nicht anders sein. Haußmann ging auf den Cousin von Jochens Mutter, E. O. Plauen, Erich Oser ein, Verfasser der bekannten „Vater und Sohn“-Bücher, Zeichner und Karikaturist. Auch bei ihm war die Kunst sein Beruf.

Singer machte im Alter von 14 Jahren die ersten malerischen Schritte bei Fredo Bley, später folgten Zeichen und Malkurse bei Kunstmaler Rolf Andiel. Singer bekam, hieß es, viel Anerkennung in der DDR. Allerdings erlebte er auch Repressionen, einige seiner Werke wurden wegen „ungenügender Bewältigung politischer Problematik“ abgelehnt und ein Ausstellungskatalog wurde gar eingestampft.

Auf „Kriegsfuß“ mit der DDR

Mit dem DDR-Regime stand er auf „Kriegsfuß“, wie Haußmann sagte, und so stellte er einen Ausreiseantrag. Kurz vor der Wende, im September 1989, erhielt er die Ausreisegenehmigung. Zusammen mit seiner Frau Elke und seinen Kindern Daniela und Pascal fand er in Jestetten ein neues Zuhause.

Haußmann ging weiter auf das Leben Singers ein, in dem er seiner unerschöpflichen Kreativität nun freien Lauf lassen konnte. Singer gehe mit offenen Augen durchs Leben, finde seine Motive in seiner Umgebung, in der Landschaft und den Menschen. Singer nehme die Eindrücke auf und durch sein geschultes Auge und sein großes und empfindsames Herz fänden diese Wahrnehmungen den Weg auf die Leinwand oder das Papier.

Im Laufe der Jahre sind unzählige Werke entstanden, viele von diesen in unterschiedlichen Techniken, als Aquarellzeichnung, in Tusche oder Kreide, aber auch mit Öl, Pastell und Acryl. All diese Maltechniken sind in der Ausstellung zu finden. Die Ausstellung gibt einen Überblick über etwa 60 Jahre seines künstlerischen Schaffens.

Erste Malschule 1997 eröffnet

Eine weitere Leidenschaft ist es, sein Können an seine Malschüler weiterzugeben. 1997 öffnete er seine erste Malschule. Noch immer unterrichtet er Schülerinnen und Schüler, die teilweise seit 20 Jahren bei ihm Unterricht nehmen.  Die Ausstellung ist Freitag bis Sonntag von 16 bis 19 Uhr geöffnet, ausgenommen Karfreitag.

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