Treffen in Brünn: Die Sudetendeutschen brauchen eine Botschaft für morgen
Meine Eltern wurden im Sudetenland geboren, nach Ende des Krieges kamen sie nach Bayern. Ich erinnere mich noch gut an Ausflüge in die sogenannte alte Heimat, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs: mit dem Reisebus ging es in die Wildnis jenseits von Marktredwitz und Hof. Das Örtchen, wo mein Vater herkam, war weitgehend zerstört. Anhaltspunkt auf der Suche nach den Häusern von einst war ein großer, lang gezogener, von Grünzeug überwachsener, verwitterter Stein – die Eingangsstufe zur zerstörten Grundschule.
Sobald der Reisebus hielt, wurden Bierbänke aufgestellt, der Leberkäse, den man sicherheitshalber aus der neuen Heimat mitgebracht hat, war noch warm. Es gab ein paar Bier, dann weiter nach Marienbad ins (ansprechend renovierte) Hotel. Ein paar Karlsbader Oblaten als Mitbringsel, das war's.
Die Integration in Bayern war sehr erfolgreich
Warum ich das erzähle: Zu keinem Punkt habe ich von irgendjemandem das Interesse gehört, für mehr als eine knappe Visite ins Sudetenland........
