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Die Neuen in der Wessenberg-Galerie: Diese Kunstwerke bereichern die Sammlung

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23.03.2026

Wer sind die Neuen an der Wand? Die Wessenberg-Galerie hat ihre jüngste Schau überschrieben mit dem Titel „What’s new? – Neuzugänge der Sammlung“. Rund 70 Stücke – Gemälde, Zeichnungen, Radierungen und Skulpturen – sind zu sehen. Gekauft, geschenkt oder als Dauerleihgabe erhalten in den Jahren 2025 bis 2021. In dieser Reihung werden die Besucherinnen und Besucher durch die zehn Räume geführt.

Die gezeigten Kunstwerke ermöglichen den Gästen einen guten Einblick in den Querschnitt der Sammlungen. Einige von ihnen knüpfen an bekannte Traditionen an, andere eröffnen neue oder ungewohnte Perspektiven. Die Wessenberg-Galerie besitzt rund 11.000 Stücke, vorrangig Kunstwerke aus dem 19. und 20. Jahrhundert, ergänzt um zeitgenössische Arbeiten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Bodenseeregion und dem deutschen Südwesten.

Zu den beeindruckenden Werken der neuen Ausstellung dürfte „Ghost“ von Conni (Cornelia) Brintzinger (1962 Basel - 2017 Berlin) aus der im Jahr 2011 entstandenen Serie „Ghosts“ gehören. Der Siebdruck auf Holz – ein eher selten angewandtes Verfahren – mit Weiß auf schwarzer Lasur ergibt einen leichten Blaustich und zeigt eine Frau.

Sie ist verborgen im Geäst eines Waldes und wird begleitet von zwei munter herumtollenden Hunden: einen Spitz mit seinen zwei Puscheln aus dem Hundesalon und einen gestylten Pudel. Die Frau mit verträumtem Blick sei eine Figur mit Anspielung auf die Vergänglichkeit und die flüchtige Intensität des Augenblicks, erläutert die wissenschaftliche Volontärin Annika Seeger, die die Schau federführend zusammengestellt hat.

Ein düsteres Ölgemälde als Lieblingsbild

Ein Lieblingsstück will sie nicht benennen, da ihr alle Werke der Ausstellung gefallen. Anders hingegen Daniela Kocheise, zuständig für Restaurierung und Depotverwaltung, die auf Nachfrage zielstrebig zu „Mondscheinlandschaft mit Baugerüst“ von Hans Meid (1883 Pforzheim - 1957 Ludwigsburg) strebt.

Es zeigt ein düsteres, mit einem Baugerüst versehenes Haus, das von einem wolkenumrahmten Vollmond nur dürftig beschienen wird. Das Gemälde in Öl auf Leinwand aus dem Jahr 1928 ist wie „Ghost“ eine Schenkung. Es ist eher ungewöhnlich, da Meid als Grafiker und insbesondere als Erschaffer illustrativer impressionistischer Radierfolgen bekannt ist.

Hängt das Bild richtig? Oder falsch herum? Ines Dahl gibt Rätsel auf

Ines Dahls (1965 geboren in Ravensburg) Werke haben einen hohen Wiedererkennungswert durch Reihungen, dynamische, rhythmische Bewegungen und eine abstrakte Raumillusion, heißt es in einer Bildbeschreibung. Raumillusion ist auch genau das, was das Betrachten eines Bildes aus der Serie „Als ob“, das die Künstlerin 2020 in Öl gestaltet hat, so vertrackt sein lässt: spaghetti- und lockenartige Strukturen hängen oder schweben über die Leinwand.

Der Betrachter fragt sich unwillkürlich, wie die Wirkung wäre, wenn das Bild um 90 oder 180 Grad gedreht würde. Und tatsächlich ist das in der Pressemappe erhaltene Foto zum Original um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn verdreht.

Die Ausstellung „What’s new? – Neuzugänge der Sammlung“ in der Wessenberg-Galerie im Kulturzentrum am Münster ist bis Sonntag, 24. Mai 2026, zu sehen. Sie ist eine Art Zwischenausstellung, da die Galerie derzeit ohne Leitung ist. Museumsdirektor Tobias Engelsing berichtete, der Nachfolger von Franziska Deinhammer werde im Juni oder Juli seine neue Stelle antreten. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 18 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag von 10 Uhr bis 17 Uhr; Montag geschlossen (auch an Feiertagen). Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Die Jahreskarte kostet 20 Euro. An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. (nea)

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