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Vulkan auf Teneriffa: Ist der Teide noch aktiv? Das müssen Urlauber wissen

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14.04.2026

Sonne, hohe Temperaturen und Ruhe vom Alltag: Teneriffa erfüllt den Wunsch zahlloser Urlauber. Mit schwarzen Lavafeldern, hellen Stränden und dem majestätischen Pico del Teide zieht die Kanarische Insel jedes Jahr Millionen von Touristen an. Doch unter der Oberfläche des schlafenden Riesen arbeitet das Gestein weiter.

Während Touristen in den Siam Park fahren, den Loro Park besuchen und den Blick über das türkisfarbene Meer schweifen lassen, arbeitet tief unter ihren Füßen ein Vulkan, der nie ganz zur Ruhe gekommen ist. Für viele bleiben kleine seismologische Bewegungen unsichtbar, berichtet die Berliner Morgenpost. Ein leichter Tremor, kaum spürbar, aber messbar.

Für Urlauber, die den Teide-Nationalpark besuchen, wirkt diese Nachricht zunächst beunruhigend. Doch Fachbehörden wie das spanische Instituto Geográfico Nacional (IGN) geben Entwarnung: Es werden zwar immer wieder geringe Signalstärken empfangen, doch Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch gebe es derzeit nicht. Trotzdem bereitet sich die Bevölkerung auf einen möglichen Vulkanausbruch vor. Das müssen Teneriffa-Urlauber wissen.

Ist der Teide auf Teneriffa noch ein aktiver Vulkan?

Der Teide ist weiterhin ein aktiver Vulkan. Das bestätigen aktuelle IGN-Daten der Insel:

Im Messzeitraum zwischen dem 7. und 9. Februar 2026 wurden rund 90 bis über 260 schwache Erdbeben innerhalb weniger Tage registriert.

Zusätzlich wurde eine ungewöhnlich lange seismische Vibration von rund 90 Minuten gemessen.

Die Ereignisse lagen in etwa acht bis zwölf Kilometern Tiefe und waren an der Oberfläche nicht spürbar.

Auch der Tourismusbehörde Tenerife Tourism Corporation zufolge ist der Pico del Teide Teil eines aktiven Vulkansystems, das sich durch Fumarolen – vulkanische Dampfaustrittsstellen – und Gasaktivität bemerkbar macht. Der Vulkan gilt daher nicht als erloschen, sondern als dauerhaft aktiv, und er wird ständig überwacht.

Warum kommt es immer wieder zu Erdbeben unter dem Vulkan auf Teneriffa?

Die zuletzt erfassten Erschütterungen sind nach Angaben der Berliner Morgenpost mit Druckveränderungen im Untergrund erklärbar. Dabei bewegen sich Gase und Fluide im magmatischen System, was seismische Signale erzeugt. Laut dem IGN handelt es sich dabei um sogenannte Erdbebenschwärme, die in der Region bereits in der Vergangenheit mehrfach aufgetreten sind. Ähnliche Ereignisse wurden auch 2025 registriert, ohne dass es zu weiteren Folgen kam.

Die Daten deuten demnach nicht auf ein Aufsteigen von Magma zur Oberfläche hin. Vielmehr handelt es sich um tief liegende Prozesse, die für aktive Vulkanregionen typisch sind.

Nationalpark El Teide

Die Webseite des Teide-Nationalparks informiert über die Eigenschaften des Vulkans auf Teneriffa:

Höchster Punkt: Pico del Teide, 3718 Meter, höchster Berg Spaniens

Vulkan-Typ: aktiver Stratovulkan (nicht erloschen)

Letzter Ausbruch: 1909 (Chinyero auf Teneriffa)

UNESCO-Status: Weltnaturerbe seit 2007

Besucher: rund drei Millionen pro Jahr, meistbesuchter Nationalpark Europas

Besonderheit: Fumarolen mit bis zu 86 Grad heißen Gasen zeigen anhaltende vulkanische Aktivität

Teneriffa: Besteht die Gefahr eines baldigen Ausbruchs des Vulkans?

Nach Einschätzung des IGN gibt es derzeit keinen Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch. Auch das Instituto Volcanológico de Canarias (Involcan) betont, dass die Aktivität zwar erhöht, aber stabil in größerer Tiefe bleibt. Allerdings bleibt die wissenschaftliche Bewertung langfristig vorsichtig.

Laut Itahiza Domínguez, dem Direktor des IGN, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Eruption in den kommenden 50 Jahren bei rund 40 Prozent, wie das Portal reisereporter.de berichtet. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Ausbruch kurz bevorsteht, sondern lediglich, dass der Vulkan geologisch aktiv bleibt und langfristig wieder ausbrechen kann.

Was bedeutet die aktuelle Lage für Urlauber auf Teneriffa?

Für Teneriffa-Reisende gibt es derzeit keinen Grund zur Sorge: Die Tourismusbehörde betont, dass der Teide und die gesamte Region zu den am besten überwachten Vulkansystemen der Welt gehören. Sensoren, Satelliten und Notfallpläne laufen dauerhaft im Hintergrund. Nach dem Ausbruch auf der Insel La Palma im Jahr 2021 wurden zusätzliche Überwachungssysteme installiert und Evakuierungspläne aktualisiert. Auch großangelegte Übungen gehören inzwischen zur Routine.

Für Urlauber bleibt der Teide-Nationalpark auch in der Saison 2026 weiterhin geöffnet. Solange sich die Lage nicht ändert, sind Wanderungen, Seilbahnfahrten und Besuche der Aussichtspunkte nach aktuellem Stand weiterhin uneingeschränkt möglich.

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