Luxusautos, Gewaltvorwürfe und dubiose Deals – Angeklagter schildert eigene Version

Geldwäsche, gestohlene Luxusautos, Erpressung, Körperverletzung – um dies und vieles mehr dreht es sich beim Prozess gegen drei Männer aus Rumänien vor dem Rottweiler Landgericht. Und vor allem um äußerst komplexe Verflechtungen diverser Firmen und Geschäfte, dazu um dubiose Geldflüsse – eine Mammutaufgabe für das Gericht, hier herauszufinden, was an diesem Tag, dem 28. Juli 2025, wirklich passiert ist – und vor allem warum. Allein die Aussage des ältesten des Trios dauerte fast einen gesamten Prozesstag, was auch daran lag, dass der 51-Jährige Inhaber einer Firma in Südfrankreich sehr ausführlich seine Sicht der Dinge erzählte, was dann alles übersetzt werden musste.

So lief der erste Prozesstag in dem Fall.

An dem Julitag soll es laut dem 51-Jährigen auch um noch ausstehende Schulden dieser Übernahme gegangen sein, zudem um den Verkauf – oder auch Tausch – von Luxusautos wie einem Mercedes CLA, einem Range Rover und einem BMW M 6. Offenbar wurden die Geschäftsanteile einer französischen Pizza-Kette gegen solche Luxusfahrzeuge getauscht. „Steuerlich ambitioniert“, kommentierte das der Vorsitzende Richter. Die Staatsanwältin fragte nach, ob er denn gewusst habe, dass das Fahrzeug als gestohlen gemeldet war. Hier klinkten sich die Verteidiger der Mitangeklagten und auch Richter Karlheinz Münzer ein: Diese Information habe man nicht vorliegen.

Seine Angaben zur Tat selbst unterschieden sich deutlich von der Anklageschrift: Er habe das Opfer, den Schuldner, mit einem Handtuch geschlagen, da der Mann 135 Kilogramm wiege und er selbst nur 65. Nein, keiner habe auf ihn gepinkelt und er habe auch kein Messer eingesetzt. Es gebe ja sicher Bilder von der Küche des Bauernhauses bei Augsburg, man könne dann sehen, dass dort sehr lange Messer herumliegen würden. Er selbst habe nur ein kleines Taschenmesser, um Flaschen zu öffnen. Schließlich gab er zu, dem Opfer zwei Ohrfeigen verpasst zu haben, weil er sich über ihn lustig gemacht habe, gesagt habe, dass er vergessen habe, dass er ihm Geld schulde. Man habe ihm gedroht, ihn zu töten – aber das sage man im Rumänischen so, auch zu den eigenen Kindern.

Und auf der Fahrt zum Autohaus in Tuttlingen habe man bei der Kaffeepause die Autotüren aufgelassen, also hätte das Opfer auch gehen können. Zudem beschwerte sich der 51-Jährige über seine Festnahme am Tag der Tat: Die Polizei habe ihm nicht gesagt, wessen man ihn angeklagt habe. Und die beiden Mitangeklagten seien erst später festgenommen worden. „Da hatten sie ja tagelang Zeit, ihre eigene Geschichte zu erfinden.“  Der Prozess wird am 1. April fortgesetzt, das Urteil wird am 29. April erwartet.

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