Was diesen Sudetendeutschen Tag so besonders macht

Es hätte ein Treffen mit Leuchtturm-Charakter werden können, ein Fest, das aus der düsteren Geschichte einen Hoffnungsstreif am Horizont des geeinten Europas formt. Doch Extremisten und Populisten, Nationalisten und Ewiggestrige überlagern die Zusammenkunft schon seit Wochen mit Streit – und legen damit einen Schatten über das Fest. Genau 80 Jahre nach der Vertreibung der Sudetendeutschen wird der „Sudetendeutsche Tag“ über die Pfingsttage in Tschechien stattfinden. Zum ersten Mal überhaupt. Die Rückkehr in die alte Heimat, in die Heimat der Eltern und Großeltern – für viele Menschen ist es ein ganz besonderes Ereignis. „Dass der Sudetendeutsche Tag nun zum ersten Mal in Tschechien stattfindet, ist für mich ein zutiefst bewegender Meilenstein mit einer enormen emotionalen und historischen Tragweite“, sagt Steffen Hörtler.

Der 52-Jährige ist bayerischer Landesvorsitzender der Sudetendeutschen. Das, was für andere Menschen ein Abschnitt im Geschichtsbuch ist, prägte sein Leben, die Erzählungen seiner Eltern. „Am 7. Juni 1946 – ein Jahr nach Kriegsende –, wurde mein Vater als neunjähriges Kind mit seiner Familie aus Blottendorf vertrieben“, erzählt er. „Sie wurden mit kaum Gepäck in Viehwaggons gepresst; selbst seine Holzeisenbahn nahm man ihm weg.“ Der Schmerz, dass es nie zu einer offiziellen Aufarbeitung gekommen ist, sitzt tief. Trotzdem schlage sein Herz für die Verständigung. „Genau hier liegt die tiefe Symbolik dieses Sudetendeutschen Tages auf tschechischem Boden“, sagt Hörtler. „Er ist der lebendige Beweis dafür,........

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