Und jetzt auch noch Kuba?

Es ist ein Tag, an dem wieder einmal der Strom ausfällt auf der Insel. Wie so häufig in den vergangenen Wochen. Das Leben ist schwer geworden in dem Karibikstaat. Noch schwerer als ohnehin schon. Menschen kochen auf offenem Feuer auf der Straße, Autos sind kaum mehr unterwegs, da der Sprit knapp ist, in den Krankenhäusern kämpfen die Ärzte und Schwestern um das Leben ihrer Patienten, obwohl sie nicht einmal fließendes Wasser haben. In den Straßen Havannas türmt sich der Abfall, weil den Müllautos längst der Diesel ausgegangen ist. Und dann poltert auch noch Donald Trump los.

Er glaube, dass er „die Ehre haben werde“, Kuba „in irgendeiner Form zu übernehmen“ oder zu „befreien“, sagt der amerikanische Präsident vor Journalisten im Weißen Haus. „Ich kann alles damit machen, was ich will.“ Konkreter wird er nicht. Doch die dahingesagten Sätze reichen, um alle Alarmglocken schrillen zu lassen. Grund genug, sich zu fürchten, haben die Kubaner allemal. Denn die Äußerung reiht sich ein in Trumps außenpolitische Agenda, die nicht wenige als Himmelfahrtskommando, andere sogar als Blutrausch bezeichnen würden. Erst droht er Grönland mit einer Invasion, dann lässt er Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro von Spezialkräften entführen, schließlich greift er den Iran an. Nun also Kuba?

Venezuela darf kein Öl mehr an Kuba liefern

Dass er es ernst meint, demonstriert Trump schon seit einigen Wochen. Ende Januar hat er eine Ölblockade gegen die Insel verhängt. Jeder, der Öl nach Kuba liefert oder transportiert, muss mit Strafen rechnen. Schiffe, die sich dennoch auf den Weg in Richtung Karibik gemacht haben, wurden von der amerikanischen Marine abgefangen. Der US-Präsident nutzt vor allem seinen Einfluss auf die von ihm ins Amt gehievte Regierung in Venezuela: Das südamerikanische Land war über viele Jahre hinweg der wichtigste Öllieferant Kubas. Nun fließt nicht einmal mehr ein Tropfen. Auch Mexiko fürchtet den Furor aus dem Weißen Haus und lässt seine Tanker nicht mehr auslaufen.

Die Folgen sind gewaltig: Die Infrastruktur Kubas ist ohnehin veraltet, für die Stromversorgung ist man auf den Rohstoff angewiesen. Nicht nur, damit das Licht brennt, sondern auch, damit die Fabriken am Laufen gehalten werden können. Viele........

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