Warum sind drei Holztüren der Konstanzer Lutherkirche weg? Ein Schreinermeister verrät es

Erst kam der löcherige Teppich weg, jetzt werden drei Holztüren auf Vordermann gebracht: Das Ziel des Fördervereins Zukunft Lutherkirche, das marode Bauwerk zu sanieren, geht in kleinen Schritten voran. Denn Geld ist von der Evangelischen Landeskirche nicht mehr zu erwarten, nachdem die Lutherkirche bei einem Ampel-System der zu bezuschussenden Gebäude auf Rot gestellt wurde. Seitdem versuchen der Vereinsvorsitzende Joachim Eibach und seine zahlreicher werdenden Mitstreiter, die imposanteste evangelische Kirche in Konstanz in Eigenregie auf Vordermann zu bringen.

Dazu gehört auch, dass drei hölzerne Nebeneingangstüren herausgenommen und nach Meersburg transportiert wurden. Denn die dortige Holzbaufirma Schmäh kümmert sich um die fachgerechte Aufarbeitung. Eric Jansen, Leiter der Schreinerei, erläutert: „Wenn Holz offen liegt, können durch eindringende Feuchtigkeit schnell Schäden entstehen.“ Die Türen der Lutherkirche seien an einem „kritischen Punkt“.

Die Holztüren stammen aus der Bauzeit der Lutherkirche

Sie stammen noch aus der Bauzeit der Kirche, also aus der Zeit zwischen 1865 und 1873. „Man sieht, dass sie schon früher repariert wurden“, sagt Eric Jansen und deutet auf eine Stelle, an der das Holz ersetzt wurde. „Hier fehlt eine Zierleiste, die werden wir vervollständigen und einpassen“, so Jansen.

In der Meersburger Werkstatt werden auch die Farbschichten analysiert, außerdem müssen Risse mechanisch entfernt und Beschläge gefettet werden. Anschließend erhalten die Türen eine Standöllasur im originalen Farbton. Rund fünf Wochen lang dauert diese Prozedur. In der Zwischenzeit werden die Öffnungen mit Baustellentüren versehen.

Nicht entnommen wird eine Nebeneingangstür auf der Westseite. Auch das Hauptportal behält seine Türen, sie werden aber vor Ort oberflächlich behandelt. „Sie liegen zurückversetzt und sind durch das Portal wettergeschützt“, begründet Eric Jansen. „Dadurch befinden sie sich in einem verhältnismäßig guten Zustand.“ Aber auch die vorübergehend entnommenen Portale behalten ihren Charakter: „Wir machen keine neuen Türen daraus und erhalten auch ehemalige Reparaturen“, sagt Eric Jansen. Schließlich steht die Lutherkirche unter Denkmalschutz.

Zukunft der Kirche ist weiter offen

Welchen Zwecken das Bauwerk in Zukunft dienen könnte, ist weiter offen. Der Förderverein ist in Gesprächen mit Unterstützern und sammelt Anregungen bei anderen Projekten von Kirchengebäuden im Wandel. „Wir bleiben am Ball“, verspricht Joachim Eibach. Der Teppich und die Türen seien ein guter Anfang. „Aber wir müssen die Lutherkirche ganz neu denken und mehr Leben in die Kirche bringen, über Gottesdienste und Konzerte hinaus“, sagte der Vereinsvorsitzende bereits im März 2025.

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