Die Vespa wird 80: Warum ihr Knattern bis heute die Sehnsucht weckt

Das Geräusch beginnt in der Ferne. Das Summen kommt näher, verstärkt sich zu einem Knattern. Die Gangschaltung greift ein. Das Geräusch beginnt von Neuem, eine Motorenoktave tiefer, um sogleich wieder anzusteigen. Erster, zweiter, dritter Gang. Jetzt prescht das schmale Zweirad, eine Vespa, vorbei. Es ist – es war – der Sound Italiens. Zweitakter, verbleibe, du warst so schön!

Ein flotter Mensch sitzt auf dem Sattel. Mit Sonnenbrille vielleicht und wallendem Haar, als es in Italien vor dem Jahr 2000 noch keine allgemeine Helmpflicht gab. „Ciao bello!“ Aus dem Auspuff dringt eine übel riechende weißgraue Wolke, die noch eine ganze Weile den Geruch des Moments verdichtet. Es ist die Note des italienischen Großstadtverkehrs im 20. Jahrhundert, gesundheitsschädigend, aber einzigartig. Wie klingt dieses Motorensummen? Nach Insekt natürlich, nach einer Wespe.

Die Vespa (italienisch für Wespe) wird an diesem Donnerstag 80 Jahre alt. Sie hat Generationen von Italienern und Motorliebhabern aus der ganzen Welt begleitet und begeistert. Sie steht für Italien, für Stil und Freiheit. Hollywood hat ihr in Filmen wie „Ein Herz und eine Krone“ (1953) mit Gregory Peck und Audrey Hepburn unvergessliche Denkmäler........

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