Dieser Abschied fällt schwer: Hunderte Gläubige wünschen ihrem Pfarrer alles Gute
So voll ist das Münster sonst nur zu Weihnachten: Es ist eine bemerkenswert große Gemeinde, die von Pfarrer Michael Teipel Abschied nimmt. Dass er in den nur knapp drei Jahren seines Wirkens unter den Konstanzer Katholiken und darüber hinaus etwas hinterlassen hat, wird bei dieser Feier schnell deutlich. Und nicht unbemerkt bleibt auch, dass der scheidende Geistliche bis zuletzt Zeichen setzt.
Den Wortgottesdienst feiert maßgeblich Isabelle Molz, die leitende Referentin der neuen Groß-Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit Konstanz. Und als die Gäste nach vielen Grußworten zum Stehempfang eilen, steht Michael Teipel noch lange am Hauptportal des Münsters, verabschiedet die Gottesdienstbesucher, hat für jede und jeden ein gutes Wort. So bleibt er sich auch in diesen zwei Gesten bis zuletzt selbst treu.
Ein Seelsorger – einer, der gut zuhören kann
Einer, der gut zuhören und Menschen zusammenführen kann, ein echter Seelsorger, ein glaubwürdiger Botschafter des Glaubens – so würdigen die Frauen und Männer den scheidenden Pfarrer. Er verlässt Konstanz, weil er Erzbischof Stefan Burger gebeten hatte, ihn von der ihm zugedachten Leitungsfunktion der neuen Groß-Pfarrei zu entbinden. Seine Nachfolge tritt am 1. Mai Johannes Brandt, bisher Pfarrer in Mannheim, an.
„Ich habe gespürt, dass das, was auf mich in der Rolle des Leitenden Pfarrers zugekommen wäre, mich mehr und mehr von meiner Berufung entfernt. Dass es doch mehr Verwaltung und Organisation ist, was den Leitenden Pfarrer beschäftigt, war zu Beginn nicht gedacht, oder das habe zumindest ich so nicht gesehen“, hatte Teipel den teils bestürzten Gemeindemitgliedern mitgeteilt. Ein mutiger Schritt zu so viel Ehrlichkeit mit sich selbst und der Hierarchie, heißt es zum Abschied immer wieder.
Sein Abschied ist den Menschen nicht egal
Die lange Liste der Grußworte zeigt, wie viel Wertschätzung Teipel in Konstanz genießt: Landrat Zeno Danner, Schuldekan Martin Lilje und Dekan Markus Weimer von der evangelischen Kirche, Pfarrer Heinz Vogel aus Radolfzell, Christa Leib-Kesser aus der Münstergemeinde und Irene Walter als neue Vorsitzende des Pfarreirats gehören zu den vielen, die Teipel Dank und gute Wünsche mit auf den Weg geben.
Im Predigttext war es um den jungen Samuel gegangen, der erst erkennen muss, dass der Herr ihn ruft. Das Thema Suchen und Gefundenwerden greifen die Pfarrer Armin Nagel und Dominik Feigenbutz wie auch Teipel selbst auf. Aus Konstanz wieder wegzugehen, sei schwer, aber der richtige Schritt. Wo der nächste hinführt, weiß er noch nicht. Bald kommt der Möbelwagen, die Habe wird eingelagert. Teipel geht erst einmal für eine begleitete Auszeit ins Kloster. Und dann, sagt er, „wird Gott einen Plan mit mir haben“.
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