Von lautem Trommelschall bis zu tiefem Bläserklang

Einfach mal hineinpusten und das nach Möglichkeit in viele verschiedene Instrumente. Das ist das Anliegen, mit dem Simone Lunenberg und ihre Tochter Viktoria ins Ulrich 5 gekommen sind. Ja und „die Instrumente alle einmal richtig in die Hand nehmen“, das sprach dann auch noch für den Besuch der Instrumentenvorstellung, zu der die Markdorfer Stadtkapelle und die Musikvereine Ittendorf und Riedheim eingeladen haben.

Tuba, Klarinette, Fagott und mehr

Von der Tuba bis zur Trompete, vom Horn bis zum Saxofon liegt alles bereit. Blockflöte, Fagott und Klarinette sind gleichfalls mit von der Partie. Sogar ein Schlagzeug steht bereit. Was indes kaum zu überhören ist – trotz der vielen, vielen unterschiedlichen Töne, die aus den Schalltrichtern, Schallbechern und Schalllöchern der diversen Blasinstrumente kommen. Mal behutsam, mal kraftvoll, hier schräg und dort bereits wohlklingend im Ulrich 5 zu hören sind. Der Grundschüler an den Drums übertönt das alles locker. Und vor allem: Er genießt das ganz offensichtlich in vollen Zügen.

Bei Regen spielt die Musik in der Galerie

Apropos voll: „Die Ersten haben schon vor der Tür gestanden und gewartet, als wir um 10 Uhr begonnen haben“, sagt Irmgard Fehrenbach, Fagott-Spielerin bei der Stadtkapelle. Den ganzen Vormittag habe Andrang geherrscht. Erst am Mittag sei es dann etwas ruhiger geworden. Lucas Henkelmann, Julian Waibel und Benedikt Hartel vom Musikverein Riedheim spielen trotzdem in den Räumen der Stadtgalerie, die ohnehin für Besucher der aktuellen Ausstellung offen steht.

„Eigentlich wollten wir ja draußen auf der Straße auftreten“, sagt Benedikt Hartel, der Dirigent der Riedheimer. „Einfach, um die Passanten auf uns aufmerksam zu machen und möglichst noch mehr Leute anzulocken.“ Der Plan ging nicht auf. Es regnet. Und noch ein weiteres Anliegen verbindet das Trio, das Trompete, Posaune und Schlagzeug spielt. „Natürlich wollen wir auch zeigen, wie groß die musikalische Vielfalt ist, die man mit nur drei Instrumenten erreicht.“ In der Klangvielfalt der zahlreichen Einzelinstrumente bei der Präsentation, so Hartel, soll keineswegs untergehen, dass die Vereine hier auch um Nachwuchs werben.

Die Musikvereine kooperieren eng mit der Markdorfer Musikschule – etwa in den Bläserklassen der Grundschulen. Hier unterrichten vor allem Musikschullehrer das kleine Einmaleins des Blech- und Holzblasspiels. Ein nicht geringer Teil der Bläserklassen-Grundschüler findet schließlich den Weg in die Gemeinschaftsjugendkapelle, die Stadtkapelle und die Musikvereine von Riedheim, Bermatingen, Ittendorf und Ahausen gemeinsam tragen. Die Gelegenheit, Interessierten Instrumente vorzustellen, nutzen die Musikvereine bei den verschiedensten Anlässen.

Veranstaltung soll im nächsten Jahr wieder stattfinden

„Zusammen machen wir das aber heute zum ersten Mal“, erläutert Ralf Eichenhofer, Vorsitzender des Musikvereins Riedheim, was nun im Ulrich 5 ganz neu ist. Und wie er die Situation einschätzt, „werden wir das im nächsten Jahr wiederholen“. Nicht zuletzt, so hatte es Benedikt Hartel erklärt, „bringt uns unsere Instrumentenvorstellung ja auch mit Eltern in Kontakt, die ansonsten nicht so auf Blasmusik stehen“.

Denn denen werde obendrein, etwa durch den Auftritt des Riedheimer Trios, gezeigt, dass das Repertoire der Blaskapellen alle Bereiche abdeckt – von Polka bis Jazz, von Klassik bis Pop. Margarete Lindner, Aufsichtskraft in der Stadtgalerie, ist jedenfalls ganz angetan von der Musik. „Die drei könnte ich mir gut als musikalische Begleitung für Vernissagen bei uns vorstellen“. So vielseitig sei das, was sie von ihnen gehört habe.

Wo bitte geht's zum Blockflötenunterricht?

Doch zurück zu Viktoria. Die pustet inzwischen ins Mundstück eines Saxofons. Genauer: ins Mundstück samt S-Bogen. Das metallene Korpus des Holzblasinstruments wurde eben abgenommen. Zu Demonstrationszwecken, damit klar wird, wo und wie seine teils warmen, teils schrillen Töne erzeugt werden. Viktorias große Schwester Diana geht schon zum Gitarrenunterricht. Was die Achtjährige aber nicht davon abhält, gleich die Sticks in die Hände zu nehmen und sich ebenfalls einmal an Becken und Trommeln zu versuchen.

Die sechsjährige Lea greift lieber zur Blockflöte. Ihre Mutter Katharina Sommer ist recht froh darüber, hier im Ulrich 5 zu erfahren, „wo und wie man sich hier in Markdorf zum Blockflötenunterricht anmelden kann“. Bei der kleinen und handlichen Blockflöte soll es denn zunächst auch bleiben. Irmgard Fehrenbachs – aus Kindersicht riesiges – Fagott mit seinen tiefen, dunklen Tönen ist Lea offensichtlich nicht ganz geheuer.

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