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Mit einer Spur Krimi durch den Pflegealltag

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30.03.2026

„So ein Arbeitstag im Pflegeheim ist nichts für empfindliche Gemüter.“ Das sagt der Erzähler auf Seite 14 von Christina Hupfers neuem, inzwischen bereits achten Roman. In „Turbulente Tage - ein Mehrgenerationen-Chaos“, so der Titel, sollte allerdings besser von einer Erzählerin gesprochen werden.

Denn hier schreibt eine Autorin, die sich ausgesprochen gut in ihre weiblichen Figuren einfühlen kann. In deren Psyche wie auch in deren Gefühlslagen. Christina Hupfers schreibender Blick ist gewissermaßen multiperspektivisch.

Geheimnisvoller Hintergrund der Figur

Womit dann auch schon ihre schriftstellerische Qualität berührt ist. So schildert sie beispielsweise, wie ihre Heldin, eine junge Frau namens Emma, von jetzt auf gleich „den Schalter umlegt“. Indem sie sich die Rassel eines Straßenmusikers greift und einfach mitmusiziert – zu dessen großen Erstaunen. Die sich anbahnende Liaison, seinerseits eher geduldet als befördert, endet so rasch wie eines der von den beiden vorgetragenen Lieder.

Warum Emma ihr bisheriges Leben so jäh verändern konnte, das wird im Buch zunächst nur angedeutet. Und wie stets in Hupfers Romanen kündigt sich auch hier wieder so etwas wie ein krimineller Hintergrund an. Wenngleich „nicht so gewalttätig wie sonst gerne“, erklärt die Autorin.

Die Ideen springen die Autorin an

Doch diesen zusätzlichen Spannungsbogen hätte es im Grunde gar nicht gebraucht. Denn Christina Hupfers Erzählen ist so detailreich und voller überraschender Wendungen, dass der Alltag in einem Pflegeheim überaus interessant wird.

Das liegt auch daran, dass Hupfer jederzeit ganz dicht an den Menschen ist – an Emma, die im Heim Arbeit gefunden hat, an ihren Kollegen und auch an den Bewohnern. „Es springt mich an“, sagt sie über ihre Einfälle. Damit meint sie die Ausgangsideen, die sie dann weiter spinnt. Doch auch beim Lesen ihres neuen Buches zeigt sich: Es springt sie eigentlich ununterbrochen an – auf vielen, vielen Seiten.

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