Diskussion um Tief- oder Quartiersgaragen in den Öhmdwiesen hält an |
Die Stadt möchte im Markdorfer Süden für neuen Wohnraum sorgen. Deshalb soll im Bereich Untere Öhmdwiesen, zwischen der Heggelinstraße im Osten und der B 33 im Westen, ein Baugebiet entwickelt werden. Mit zwei unterschiedlichen städtebaulichen Varianten hat sich der Gemeinderat bereits im vergangenen Mai befasst, um dann in seiner Dezembersitzung über ein Parkierungskonzept für das Baugebiet Untere Öhmdwiesen zu beraten. Diskutiert wurde dabei, ob die dort entstehenden mehrgeschossigen Gebäude mit Tiefgaragen unterkellert werden oder ob nebenan oberirdische Quartiersgaragen errichtet werden sollen.
Schwierige Bodenverhältnisse
Auch vor dem Hintergrund, dass der Grundwasserpegel im Plangebiet Untere Öhmdwiesen sehr hoch steht, gleichzeitig aber die Tragfähigkeit des Bodens sehr gering ist und somit die Gebäudegründung sehr aufwändig ist, hat die Fraktion der Umweltgruppe im Gemeinderat in der Dezembersitzung das Erstellen eines ökologischen Gutachtens beantragt. Eines Gutachtens, das die CO2-Bilanz für den Bau von Tiefgaragen mit der CO2-Bilanz vergleicht, die beim Bauen von oberirdischen Garagengebäuden, sogenannten Quartiersgaragen, anfällt.
Und die Ergebnisse dieses Vergleichs wurden nun in der jüngsten Ratssitzung präsentiert. Laut ökologischem Gutachten liegen die CO2-Werte der Tiefgaragenvariante zwar deutlich höher als die der Quartiersgaragenvariante. Die erhebliche Differenz, ebenso wie die in Zukunft anfallenden Klimafolgenkosten, nimmt indes stark ab, sobald die auf der Baufläche entstehende Wohnfläche mit in Betracht gezogen wird. Denn dann falle ins Gewicht, dass in der Quartiersgaragenvariante deutlich weniger Wohnfläche entsteht, wie es von den Ingenieuren des Stuttgarter Büros EGS-Plan vorgerechnet wurde.
Warum die Differenz abnimmt
Betragen die CO2-Emissionen bei der Tiefgaragenvariante 0,66 Tonnen je Quadratmeter und die Klimafolgenkosten 569 Euro je Quadratmeter, so liegen sie bei der Quartiersgaragenvariante mit 0,63 Tonnen je Quadratmeter und Klimafolgenkosten von 555 Euro nur noch leicht darunter. Der Grund für diese starke Reduktion ist, dass der Bau von Quartiersgaragen Flächen verbraucht, auf denen ansonsten Wohngebäude entstehen könnten. So würden bei der Tiefgaragenvariante 508 Wohneinheiten entstehen, denen lediglich 378 Wohneinheiten bei der Quartiersgaragenvariante gegenüberstehen.
Umweltgruppe moniert die Berechnung
Nicht einverstanden mit diesen Ergebnissen zeigte sich die Umweltgruppe. Joachim Mutschler, deren Sprecher, hält den „Ansatz, die Klimafolgekosten auf die Wohnfläche herunterzubrechen, nachvollziehbar“, er stellte aber die Berechungsmethode in Zweifel. Den Material- und Bauaufwand fürs Komplettgebäude heranzuziehen und nicht nur das, was fürs Erstellen von Tief- beziehungweise Quartiersgaragen benötigt wird, müsse zu falschen Ergebnissen führen, argumentierte er und verlangte eine Neuberechnung. Zumal er auch die veranschlagten Parameter der Klimafolgenkosten infrage stellte, nicht zuletzt, weil die Berechnungen von einer in Massivbauweise erstellten Quartiersgarage ausgehen, eine Ausführung in Holzbauweise jedoch denkbar sei.
Weniger Geld für die Stadt
Der Parkierungskonzpt-Vergleich des Freiburger Büros FSP Stadtplanung schätzt die Mindereinnahmen der Stadt auf etwa 2,75 Millionen Euro, wenn Quartiersgaragen und damit weniger Wohneinheiten entstehen. „Das sei enorm viel“, gab Martina Koners-Kannegießer (CDU) zu bedenken. Arnold Holstein (Freie Wähler) zeigte sich schockiert, ob der in den Unteren Öhmdwiesen notwendigen zehn Meter tiefen Gründung mit etlichen Dutzend Betongusspfählen. Entscheiden wird der Rat über das Parkierungskonzpt im Baugebiet Öhmdwiesen in seiner Sitzung am 21. April.
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88677 Markdorf Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
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