Selbst der Ethikrat ist uneins: Erneuter Anlauf für Organspendereform |
Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Bundestagsabgeordneten hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der die Organspende auf ein rechtlich neues Fundament stellen würde. Die bisherige Zustimmungslösung soll durch die Widerspruchslösung ersetzt werden. Heißt konkret: Jeder Bürger wäre ab seinem 18. Lebensjahr Organspender, sofern er nicht aktiv widerspricht. Das Ziel: Mehr Menschen sollen sich bereiterklären, Herz, Lunge oder Leber zu spenden, sollten sie einen Hirntod erleiden.
Der Antrag löst eine breite ethische Debatte aus – im Parlament wie in der Zivilgesellschaft.
Die Widerspruchslösung ist umstritten
Die Kirchen stellen sich gegen den Vorschlag. Man solle besser „die Aufklärung über Organspende ausbauen“, sagt Prälatin Anne Gidion, Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), unserer Redaktion. Ein Wechsel „wäre verfrüht und ein sehr weitgehender Eingriff in körperliche Selbstbestimmung.“ Lob dagegen kommt von Medizinern und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).
Im Bundestag formieren sich die Lager über die üblichen Parteigrenzen hinweg. Selbst innerhalb des Deutschen Ethikrats ist man gespalten. Während der Palliativmediziner Winfried........