Die Reformerin |
Als ihr die Reporterin vorwirft, ihre Reform sei ein „Schlag ins Gesicht“ der Angehörigen von Pflegebedürftigen, nimmt Nina Warken (CDU) das regungslos hin. Kein Kopfschütteln, kein Weglächeln, sie widerspricht nicht, nickt nur kurz und sagt: „Wir setzen sehr stark auf die häusliche Pflege weiterhin, auf die Angehörigen, die die Pflegebedürftigen in der Familie auch pflegen.“ Die Rentenbeiträge der Angehörigen könne man leider nicht mehr in voller Höhe finanzieren, das könne das System schlicht „nimmer leisten“.
„Schlag ins Gesicht“, „Belastungspaket“, „Raubzug bei Beitragszahlern“. Nina Warken muss sich am Dienstag vieles anhören – von Konservativen und Linken, von Arbeitgebern und Gewerkschaften. Aber die Ministerin hat eine Fähigkeit, die anderen in der Koalition völlig fehlt: Anfeindungen, Kritik und Gerüchte einfach unkommentiert stehen lassen.
Zu Beginn rätselte man über Warkens Ernennung
Seit Anfang des Jahres zieht sie relativ geräuschlos und unbeirrt ihre Agenda durch – erst Einsparungen bei den gesetzlichen Krankenkassen, jetzt bei der Pflege. Während sich der Rest der Koalition im Dauerstreit zerlegt, liefert Warken als Einzige das, wofür diese Koalition mal angetreten ist: Reformen. Dabei galt sie mal als........