„Ganz tolle Dorfgemeinschaft“: Neue Bürgermeisterin lobt das Engagement der Einwohner
Buchheim gehört zu den wenigen Gemeinden in der Region, die nach der Gemeindereform in den 1970er-Jahren selbstständig geblieben sind – mit eigener Schule und eigenem Kindergarten. Im vergangenen September haben die Buchheimer eine neue Bürgermeisterin gewählt.
Ilona Steinmann sitzt inzwischen seit etwas mehr als 100 Tagen hauptamtlich auf dem Chefsessel des Rathauses der rund 750 Einwohner zählenden Gemeinde im Landkreis Tuttlingen. Dem Südkurier erzählt sie, wie sie sich in Buchheim eingelebt hat, welche Themen sie als Erstes angepackt hat und was sie noch anpacken will.
„Das ist eine ganz tolle Dorfgemeinschaft“
Ilona Steinmann bekommt leuchtende Augen bei der Frage, wie sie in Buchheim aufgenommen worden ist. Sie sei bereits bei vielen Veranstaltungen und Vereinsversammlungen dabei gewesen und habe viele freundliche und engagierte Menschen kennengelernt. „Das ist eine ganz tolle Dorfgemeinschaft“, sagt sie.
Ilona Steinmann ist seit Anfang Dezember als Bürgermeisterin von Buchheim im Amt. Bei der Wahl im September setzte sie sich deutlich gegen ihre Mitbewerber durch und erreichte 62,5 Prozent der Stimmen. Die 55-Jährige war zuvor stellvertretende Hauptamtsleiterin im Rathaus der Gemeinde Wald. Steinmann lebt in Stockach und hat einen Sohn.
Als Erstes habe sie sich intensiv mit dem Aktenstudium beschäftigt, erzählt die neue Bürgermeisterin. Es ging darum, die wichtigsten Themen der Gemeinde zu ermitteln. Außerdem wollte sie erfahren, wie die Zusammenarbeit mit Bärenthal, Fridingen, Irndorf, Kolbingen, Mühlheim und Renquishausen funktioniert. Buchheim bildet mit den Nachbargemeinden den Gemeindeverwaltungsverband Donau-Heuberg.
Das sagt Steinmann zur finanziellen Situation
Steinmann lobt die Zusammenarbeit mit dem Buchheimer Gemeinderat. Mit diesem habe sie als erstes großes Projekt den Haushalt für die Gemeinde beschlossen. „Im Moment stehen wir ganz gut da“, beschreibt sie die finanzielle Situation. Allerdings sei dies ja immer nur eine Momentaufnahme.
„Wenn wir investieren, dann sieht es schnell ganz anders aus“, sagt sie im Hinblick auf die geplanten Projekte. Bei den Finanzen gilt es zudem, noch fehlende Jahresabschlüsse zu erstellen und in Bezug auf die neue Buchhaltung die Eröffnungsbilanz fertigzustellen.
Zustand der Gebäude ist Thema
Zu den wichtigsten Themen, mit denen sich Steinmann aktuell beschäftigt, gehört der Zustand einiger Gebäude in der Gemeinde. Sanierungsbedürftig sind unter anderem das Rathaus, die Grundschule sowie das Feuerwehrgebäude. Steinmann will ein Gesamtkonzept erstellen, bei dem auch der Bedarf der Vereine an weiteren Räumlichkeiten berücksichtigt wird.
Die Gemeinde kann sich dabei auch vorstellen, ein Gebäude zu kaufen. Ein erstes Objekt wurde bereits mit dem Gemeinderat besichtigt, berichtet Steinmann.
Baugebiet „Höllenbart“ wird vorangebracht
Die neue Bürgermeisterin beschäftigt auch, was mit dem Hirschen-Areal passiert. Das Gelände, auf dem ehemals das Gasthaus Hirsch betrieben wurde, gehört derzeit einem Projektierer. Laut Steinmann ist dieser offen dafür, was auf dem Gelände entstehen könnte. Sie wünsche sich eine Bebauung, die sich optisch in die Umgebung einfüge, so Steinmann.
Die neue Bürgermeisterin hat bereits im Wahlkampf festgestellt, dass es im Ort an Bauplätzen mangelt und junge Menschen in die umliegenden Ortschaften abwandern. Sie habe sich deshalb sofort darum bemüht, das Baugebiet „Höllenbart“ voranzubringen. Der Gemeinderat konnte bereits in seiner jüngsten Gemeinderatssitzung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen. „Ziel ist es, dass wir Mitte nächsten Jahres schon bei der Erschließung sind“, erläutert die Bürgermeisterin.
Das Buchheimer Gewerbegebiet will Steinmann Stück für Stück weiter erschließen, allerdings soll dies im Hinblick auf die hohen Erschließungskosten abschnittsweise erfolgen. „Die Erschließungskosten sind immer gleich sechsstellige Summen, da können wir jetzt nicht alles auf einmal anpacken“, sagt sie.
Einwohner sollen auf dem Laufenden gehalten werden
Ob Buchheim – wie von Steinmann im Wahlkampf angekündigt – einen Bauhof erhält, bleibt angesichts der hohen Investitionen für Fahrzeuge und Werkzeuge vorerst offen. „Jetzt, wo ich da bin, sehe ich, dass es eigentlich gut läuft, dadurch, dass sich die Einwohner und die Vereine sehr, sehr stark engagieren“, sagt sie. Es sei bemerkenswert, dass sich ein Dorf in der heutigen Zeit so einbringe, ergänzt sie.
Wichtig ist der Bürgermeisterin, die Einwohner der Gemeinde mitzunehmen. Deshalb informiert sie über das Gemeindeblatt und im Internet stets ausführlich darüber, was gerade ansteht. Das will sie auch weiterhin tun: „Ich möchte die Bevölkerung immer auf dem Laufenden halten“, sagt Steinmann. „Mir ist auch wichtig, wenn jemandem irgendein Schuh drückt, und ich zuständig wäre, dass er ins Rathaus kommt oder mich kontaktiert.“
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