Wegner spielte beim Stromausfall Tennis - «Kopf freikriegen»

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner kommt wegen seines Agierens im längsten Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte unter Druck. Der CDU-Politiker räumte ein, am Samstag wenige Stunden nach Beginn des Blackouts im Berliner Südwesten Tennis gespielt zu haben - während sich 100.000 Betroffene ohne Strom und Heizung, Internet und Handy-Empfang mitten im Winter große Sorgen machten, vor Ort eilig Notunterkünfte aufgebaut wurden und Hilfe anlief.

«Ich habe von 13.00 bis 14.00 Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte», sagte Wegner bei Welt TV. «Ich war die ganze Zeit erreichbar, auch als ich Tennis gespielt habe. Das Handy war auf laut gestellt, bin danach sofort zurückgefahren und habe weitergearbeitet.» Zuvor hatte der RBB über das Thema berichtet.

Der durch einen mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag verursachte Stromausfall wurde am Mittwochmittag behoben und die Versorgung komplett wieder hergestellt. Kurz danach kam Wegners Eingeständnis und löste einen Sturm der Entrüstung aus. AfD- und FDP-Politiker forderten seinen Rücktritt. Acht Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September attackierten auch Linke und Grüne Wegner hart, ebenso Spitzenkandidat Steffen Krach vom Koalitionspartner SPD.........

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