Wer übernimmt den Medizin Campus Bodensee? Kreistag soll sich im Mai auf einen Bewerber festlegen
Der Kreistag hat in seiner Sitzung am Dienstag erneut nichtöffentlich über den Medizin Campus Bodensee und die Gesundheitsversorgung in der Region beraten. Laut einer Pressemitteilung des Landratsamts stellten die Vertreter der Oberschwabenklinik (OSK), die Ameos-Gruppe sowie die SRH-Holding dem Gremium ihre konkretisierten Angebote und Konzepte vor. Eine Entscheidung darüber, mit welchem Bewerber der Bodenseekreis eine sogenannte Sicherstellungsvereinbarung abschließen wird, soll voraussichtlich am 13. Mai in öffentlicher Sitzung getroffen werden.
Warum ist das Verfahren überhaupt notwendig?
Der Medizin Campus Bodensee (MCB) befindet sich seit Anfang November 2025 in einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Daher wird ein Investor gesucht, der eine langfristig stabile Krankenhausversorgung für die Bodenseeregion sicherstellen soll. Zuvor hatte die Stadt Friedrichshafen 50 Jahre lang das Klinikum als Teil des Medizin Campus Bodensee (MCB) finanziert, sich aber angesichts der Geldnöte zum Jahresende 2025 aus der Trägerschaft zurückgezogen.
Im Kreistag stand allen Bewerbern nun jeweils eine Stunde Präsentationszeit zur Verfügung. Im Mittelpunkt standen der Kreisverwaltung zufolge dabei Fragenkataloge, die den Bewerbern zuvor aus den Reihen des Gremiums übermittelt worden waren. „Hier ging es insbesondere um die medizinischen Planungen. Auch die Finanzierungsmodelle sowie die jeweiligen Unterstützungswünsche an den Bodenseekreis wurden ausführlich behandelt und hinterfragt“, teilt Kreissprecher Robert Schwarz mit.
Detailgespräche jetzt mit OSK und Ameos
Die weiteren Detailgespräche werden dem Landratsamt zufolge primär mit der OSK und Ameos fortgesetzt. „Dann ist es Aufgabe des Kreistags, die Angebote und Konzepte zu bewerten.“ Nach mindestens einer weiteren nichtöffentlichen Beratungsrunde im Ausschuss für Verwaltung und Kultur am 29. April kommt es Mitte Mai dann zur abschließenden Beratung und Entscheidung des Kreistags.
„Die vertiefte Befassung mit den Angeboten zeigt, dass wir im Verfahren Schritt für Schritt vorankommen“, so Landrat Luca Prayon. Dieser sorgfältige Prozess sei wichtig, damit die Bürger auch zukünftig in einer Region leben, in der die Krankenhausversorgung mit dem richtigen Partner an der Seite auf einem weiterhin hohen Niveau sichergestellt ist. „Gleichzeitig gilt es jetzt, noch an den letzten Details zu feilen, insbesondere bei den finanziellen Rahmenbedingungen, damit der Kreistag zu einer guten Entscheidung finden kann“, hebt der Landrat hervor. Am Ende des Verfahrens werden aber auch der Insolvenzsachwalter und der Gläubigerausschuss ein Wort mitzureden haben. Sie haben vor allem die Bedürfnisse der Gläubiger im Blick.
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