Aktivist flieht mit dem Schlauchboot in die Freiheit
Als sich Dong Guangping auf seinem Schlauchboot der südkoreanischen Westküste nähert, hat der 68-Jährige bereits das Bewusstsein verloren. Zu erschöpfend waren die Küstenwinde während der 30-stündigen Überfahrt. Mindestens 400 Kilometer muss der alte Mann zurückgelegt haben, seit er von der ostchinesischen Küstenstadt Weihai in See gestochen war. Sein Transportmittel: ein drei Meter langes Gummiboot, ausgestattet mit einem 10-PS-Motor. Dass der chinesische Aktivist rechtzeitig von lokalen Fischern entdeckt wird, hat ihm vermutlich das Leben gerettet.
Sein eigentliches Ziel liegt gleichwohl tausende Kilometer weiter westlich: Dong möchte nach Kanada, wo seine Tochter und Ehefrau leben. Beide hat der Chinese seit über zehn Jahren nicht mehr persönlich gesehen. Südkorea ist eine Zwischenstation, hier will er Asyl beantragen.
Dong Guangping arbeitete in China als Polizist
Doch nun, drei Tage später, ist die Zukunft des Regierungskritikers aus der Volksrepublik China ungewisser denn je. Er ist zwar sicher an Land gekommen, doch er befindet sich in Gewahrsam der Küstenwache. Immerhin hat er einen wichtigen Schritt in Richtung Freiheit hinter sich gebracht: Einen Haftbefehl wegen illegaler Einreise hat der........
