Nach dem letzten Münchner „Tatort“: Kommen Batic und Leitmayr zurück?

Es endete, wie es 1991 begann. Mit singenden Kommissaren. „Only You“ schmetterten der Ivo und der Franz, damals in München und im VW Golf, in ihrer ersten „Tatort“-Folge „Animals“. Nach 35 Dienstjahren sangen sie nun wieder, unter der untergehenden Sonne Istriens und im offenen roten 911er-Porsche Leitmayrs, den Batic in die gemeinsame Zukunft steuern durfte. So endet eine Ära. Oder etwa doch nicht?

6,86 Millionen Menschen sahen am Ostermontag im Ersten den zweiten Teil der Abschieds-Doppelfolge „Unvergänglich“, Marktanteil: 27,8 Prozent. Für einen Feiertags-Sendplatz waren das mehr als ordentliche Werte. Das Zuschauerinteresse war sogar derart groß, dass die anschließende Doku „Batic und Leitmayr – Die Zwei vom Tatort sagen Servus“ noch 3,32 Millionen Menschen erreichte und einen Marktanteil von 16,2 Prozent erzielte. Ein würdiger, verdienter Abgang.

In „Unvergänglich“ hatten es die Münchner „Tatort“-Legenden Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) mit allem zu tun, was ihren „Tatort“ in den vergangenen Jahrzehnten auszeichnete, ganz besonders ihr Witz aus und ihr eheähnliches Verhältnis. Dass sie nicht sterbend aus der Reihe scheiden wollten, hatten Nemec und Wachtveitl dabei in den vergangenen Jahren mehrfach gesagt. Der Wunsch wurde ihnen erfüllt.

Der Abschied sollte etwas fürs Herz sein

Johanna Thalmann und Moritz Binder, die das Drehbuch schrieben, erklärten in der Abendzeitung München: „Es war klar, dass man diese Legenden nicht sterben lassen darf. Und dass sie letztendlich erkennen, was sie aneinander haben.“ Das Ende werde ein Anfang. Sie bemühten zudem Goethes „Faust – Der Tragödie zweiter Teil“, in dem es heiße: „Denn es muss von Herzen gehen, was auf Herzen wirken soll.“ Das sei das Anliegen aller „Tatort“-Beteiligten gewesen: „Kein kalkuliert medienwirksamer Schock, kein verkopftes Spiel mit Metaebenen. Fürs Herz der Tatort-Nation, aus den Herzen aller Tatort-Kreativen“.

Am Ende von „Unvergänglich“, in dem ein Killer gekillt wurde, man das SEK zu Spezialeinsätzen kommandiert hatte und die Kommissare ungelenk um sich und ihre tiefe Freundschaft herumgeschlichen waren, spuckte Leitmayr angeschossen Blut – und Batic stürzte sich todesmutig auf den Schützen. An den Bildschirmen litten Fans, wie man das Reaktionen in sozialen Medien entnehmen durfte, dann noch ein Schuss. Dann die erlösende Auflösung. Nicht Batic sank zu Boden, sondern der Bösewicht: Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) hatte sich dieses Mal mächtig Zeit gelassen, um seine bereits in den Ruhestand verabschiedeten, aber auf eigene Faust ermittelnden Ex-Kollegen aus der Patsche zu helfen. Happy End!

Comeback? Es gibt reichlich Stoff für Spekulationen

Ende? Abwarten. Auf die Frage der Deutschen Presse-Agentur, ob es weitergehen werde mit Batic und Leitmayr, eventuell mit einem „Tatort“-Spin-Off als Detektivserie, antwortete die zuständige BR-Redaktion: „Aktuell ist noch nichts geplant, aber sag niemals nie.“ Schon bei einer Feier nach dem letzten Dreh hatte „Tatort“-Redakteur Cornelius Conrad gesagt, wie schön es doch wäre, die beiden in einer der nächsten Folgen wiederzusehen. Den Stoff für die Spekulationen lieferte auch der Schluss von „Unvergänglich“. Denn bevor die weißhaarigen Rentnercops in den Sonnenuntergang fuhren, übergab der Ivo dem Franz eine Visitenkarte der „Detektei Unvergänglich“ mit Sitz in München und Zagreb: „BL Batic Leitmayr Private Ermittlungen“. Der erste Fall warte schon, sagte der Ivo, „eine Tierschützerin“.

In München übernehmen derweil Ferdinand Hofer und Carlo Ljubek (künftig: Nikola Buvak), der in „Unvergänglich“ kurz als SEK-Beamter zu sehen war. Zwei „Tatort“-Fälle haben sie abgedreht, die Folge „Der sichere Tod“ (Ausstrahlung wohl im nächsten Jahr) auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Noch dieses Jahr zu sehen sein soll „Zwischenwelten“. Darin erschüttert ein brutaler Raubmord Neuperlach. Bei der Festnahme wird der Tatverdächtige vom SEK angeschossen und ist nicht mehr vernehmungsfähig...

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