Was tun im Ernstfall? Sechstklässler erhalten Basiswissen zum Verhalten bei Katastrophen
Wie verhält man sich im Katastrophenfall? Und was ist überhaupt eine Katastrophe? Zu diesem Thema fand für die Sechstklässler vom Schulverbund Nellenburg, von der Goldäckerschule und dem Nellenburg Gymnasium in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Feuerwehr zum zweiten Mal ein Katastrophenschutztag statt. Damit setzten die Schulen erneut die seit März 2024 geltende Verwaltungsvorschrift „Krisenereignisse an Schulen“ um. Während am Freitag Mitglieder der Hilfsorganisationen – die Polizei fiel krankheitsbedingt aus – mit den Schülern über verschiedene Aspekte des Katastrophenschutzes sprachen, gab es Samstag auf dem Gelände des Schulzentrums Einblicke in deren Arbeit. Besucher konnten vieles ausprobieren, was vor allem bei den Kindern gut ankam.
Kinder sollen im Notfall keine Angst haben
Beate Clot, Schulleiterin des Schulverbunds, sagte, die Klassenlehrer hätten mit ihren Schülern auf den Katastrophenschutztag hingearbeitet. Ziel sei, dass die Kinder im Ernstfall keine Angst haben und nicht hilflos sind, sondern den Notruf absetzen und auf Hilfe vertrauen können, erläuterte Florian Hunger, Lehrer und Schutzbeauftragter am Gymnasium.
Ulrich Aeschbach vom DRK erzählte, er habe zunächst erklärt, was eine Katastrophe ist. „Ein Fahrradsturz ist schlimm, aber keine Katastrophe“, so sein Beispiel. Die Schüler seien interessiert gewesen und hätten auch viele Fragen zu den Funktionen beim Rettungsdienst gestellt. Michael Maser, Jugendleiter bei THW, sagte, er habe mit den Schülern darüber gesprochen, was bei einer Katastrophe passieren kann, wie sie sich auf solche Ereignisse vorbereiten können, etwa mit kleinen Vorräten an Wasser, Konserven und Hygieneartikeln, und wie sie sich bei Hochwasser verhalten müssten. Für die Feuerwehr war Brandschutzerzieherin Christine Oßwald unterstützt von Rebecca Lempp in den Klassen, um über den Notruf und das richtige Verhalten bei Ernstfällen in der Schule zu sprechen.
Das war am Samstag geboten
Am Samstag präsentierten die Hilfsorganisationen einen Teil ihrer Fahrzeuge und Geräte. Katja Senger vom DRK zeigte wissbegierigen Kindern und Erwachsenen die Beatmung und Herzdruckmassage einer bewusstlosen Person. Wer sich traute, durfte beides an der Puppe ausprobieren.
Das THW demonstrierte seine technischen Möglichkeiten zum Anheben und Bewegen schwerer Lasten. Dass ein Hebekissen unter einem Rad des Gerätekraftwagens ausreicht, das 18 Tonnen schwere Fahrzeug anzuheben, beeindruckte die Besucher. Kinder durften den Luftdruck unter Anleitung von Hannah Bullacher vorsichtig regulieren und das Aufblasen des Hebekissens beobachten.
Bei der Feuerwehr konnte man sowohl einen Blick auf die Drehleiter, ein Tanklöschfahrzeug und ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug werfen, als auch mit einem Spreizer, der normalerweise zum Auseinanderspreizen von verklemmten oder deformierten Autotüren oder zum Wegdrücken von Wrackteilen eingesetzt wird, ganz vorsichtig einen Tischtennisball von einem zum anderen Platz transportieren. Kinder durften außerdem an einem kleinen Quiz teilnehmen.
Fürs leibliche Wohl sorgten Sechstklässler des Schulverbunds mit Kaffee und Kuchen, bei den Abiturienten gab es Grillwürste und kühle Getränke.
Über den Katastrophenschutztag
Laut dem Kultusministerium Baden-Württemberg greifen die Bildungspläne Naturphänomene, Wetterextreme und Naturkatastrophen zwar auf, dennoch fehle vielen Menschen Wissen über Vorsorge und Verhalten im Ernstfall. Schulische Bildung könne zur Handlungssicherheit und Resilienz beitragen und Schülern das notwendige Basiswissen zum Verhalten bei Überflutungen, Sturm oder einem längeren Stromausfall vermitteln.
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